Bahnhof Mainz-Schott: Die Planungen gehen weiter

Vor rund einem Jahr noch großes Thema, ist es mittlerweile ruhig um ihn geworden: den möglichen Bahnhof „Mainz-Schott“. Warum sich die Planungen verzögern und wann eine Entscheidung fallen wird.

Bahnhof Mainz-Schott: Die Planungen gehen weiter

Schon seit rund 18 Jahren ist ein möglicher Bahnhof „Mainz-Schott“ immer wieder Thema, wirklich Konkretes hörte man aber selten. Das änderte sich zunächst, als zwei Grünen-Abgeordnete im Frühjahr 2017 eine Kleine Anfrage an die Landesregierung stellten. „Inwieweit sind Planungen eines neuen Bahnhaltepunktes am Standort Mainz - Bismarckplatz bzw. Schott fortgeschritten?“, lautete eine der Fragen der Abgeordneten Daniel Köbler und Jutta Blatzheim-Roegler.

Aus der Antwort des Wirtschaftsministeriums ging hervor, dass die Station Mainz-Schott in der sogenannten Stationsoffensive enthalten sei, die das Land mit DB Station & Service und den beiden Zweckverbänden SPNV verhandele. Der mögliche Bahnhof würde das Umsteigen zwischen den Bahnstrecken Mainz - Alzey, Mainz - Wiesbaden und Mainz - Bingen/Bad Kreuznach verbessern. Eine Entscheidung, ob es zu einem Rahmenvertrag für die Stationsoffensive kommt, sollte noch im Sommer 2017 fallen. Fast ein Jahr später ist allerdings immer noch nichts entschieden. „Seit 1 bis 2 Jahren liest man nix mehr über das groß angekündigte Projekt“, wundert sich nicht nur Merkurist-Leser Michael.

Verhandlungen stockten wegen Bahnsteighöhe

Wie Susanne Keeding, Pressesprecherin des Wirtschaftsministeriums auf eine aktuelle Merkurist-Anfrage antwortet, sei der Bahnhof Mainz-Schott nach wie vor in der Stationsoffensive enthalten. „Die Entscheidung musste verschoben werden, weil wir uns mit der DB AG zuvor über das Bahnsteighöhenkonzept einigen mussten.“ Die Höhe des Bahnsteigs sei entscheidend für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe.

Das Konzept legt für jede Strecke eine Zielhöhe für die Bahnsteige fest, die im Nahverkehr zumeist 55 Zentimeter beträgt. „Auf diese Höhe wurde dann auch die Ausschreibung der Fahrzeuge abgestimmt, damit ein niveaufreier Zutritt in die Fahrzeuge möglich ist“, so Keeding. Bis zum Jahr 2017 habe das Land den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe mit fast 300 Millionen Euro unterstützt.

Einigung über „Mainz-Schott“ noch in diesem Jahr?

Im vergangenen Jahr aber hatten der Bund und die Deutsche Bahn unerwartet eine grundsätzliche Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern gefordert und damit die Planungen in Rheinland-Pfalz ins Stocken gebracht. „Die Bahnsteighöhe muss entlang einer Fahrtstrecke stets dieselbe sein – sonst wäre ein barrierefreier Zutritt nicht überall möglich“, sagt Sprecherin Keeding.

In diesem April aber hätten sich Land, Bund und Bahn schließlich geeinigt - nämlich darauf, dass im Nahverkehr weiterhin die 55 Zentimeter ausreichen. „Damit ist nun der Weg frei, die Verhandlungen über neue Bahnhöfe und Haltepunkte fortzusetzen“, so Keeding. „Wir sind optimistisch, dass wir nun in diesem Jahr eine Vereinbarung über den Halt Mainz-Schott treffen können.“

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