Führungswechsel bei Mainzplus Citymarketing: Harte Kritik an Entscheidung

Das städtische Tochterunternehmen Mainzplus Citymarketing bekommt ein neues Führungsduo. Doch die Entscheidung ist nicht unumstritten. So ist von „Postenschieberei“ die Rede. Zudem wird an der Qualifikation der beiden Geschäftsführer gezweifelt.

Führungswechsel bei Mainzplus Citymarketing: Harte Kritik an Entscheidung

Wechsel an der Spitze der Mainzplus Citymarketing GmbH: Auf August Moderer, der ab Sommer 2022 in den Ruhestand geht, folgen dann Katja Mailahn und Marc André Glöckner als neue Geschäftsführung. Das gab das städtische Tochterunternehmen am Freitag bekannt.

Kritik an Entscheidung

An der Nominierung der beiden neuen Geschäftsführer hatte es bereits im Vorfeld der Entscheidung harsche Kritik gegeben, da die beiden Kandidaten direkt aus der Stadtverwaltung ins neue Amt wechseln. So ist Glöckner Pressesprecher der Landeshauptstadt Mainz und leitet seit 2017 die städtische Pressestelle. Mailahn ist derzeit Referentin für Umwelt und Energie im Mainzer Umweltdezernat.

Die Mainzer ÖDP-Stadtratsfraktion kritisiert nun die Vorgehensweise der Stadtverwaltung: „Man braucht sich über Politikverdrossenheit und Misstrauen in der Bevölkerung nicht wundern, wenn die Demokratie durch fehlende Ausschreibung solcher wichtigen Stellen untergraben wird“, so Dagmar Wolf-Rammensee, ÖDP-Stadträtin. Solch hochdotierte, wichtige Geschäftsführerposten sollten mit dem dafür geeignetsten Fachpersonal besetzt werden. Deshalb fordert Wolf-Rammensee: „Schluss mit der Postenschieberei und Versorgung von Günstlingen der regierenden Parteien“. Die Stadt Mainz stehe somit zurecht in der Kritik.

Kritik an der Vorgehensweise der Postvergabe kommt auch von der Mainzer FDP. Die Debatte um die Neubesetzung mache grundsätzlich deutlich, dass bei der Vergabe von Leitungspositionen stadtnaher Gesellschaften eine weitergehende Professionalisierung wichtig ist. „Die Anregung unseres Fraktionsvorsitzenden David Dietz, diese Stellen künftig öffentlich auszuschreiben, kann ich nur unterstützen. So könnten wir die Qualität unserer stadtnahen Gesellschaften sichern und den Standort weiter stärken“, erklärt die Mainzer FDP-Chefin Almut Rusbüldt.

Auch der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) Rheinland-Pfalz ist „in großer Sorge“, dass die Bedeutung einer ausreichend qualifizierten Persönlichkeit mit Branchenkenntnissen und langjährigen Erfahrungen den politischen Entscheidungsträgern in Mainz offensichtlich nicht bewusst sei. Wie Dehoga-Chef Gereon Haumann sagt, handle es sich um eine der wichtigsten Positionen im rheinland-pfälzischen Tourismus, die aufgrund der verheerenden Folgen der Pandemie keine Experimente verträgt.

Warum die Entscheidung auf Glöckner und Mailahn fiel

Zuständig für die Besetzung der neuen Mainzplus Citymarketing-Geschäftsführung ist die Zentrale Beteiligungsgesellschaft der Stadt Mainz (ZMB). Diese äußert sich nun zur Entscheidung und begründet ihr Vorgehen. So würden bei der Nachbesetzung von Positionen im Stadtkonzern auch mögliche interne Kandidat:innen berücksichtigt. „Katja Mailahn und Marc André Glöckner verfügen über relevante Berufserfahrung und haben in ihrer bisherigen Laufbahn gezeigt, dass sie das Potenzial für die Tätigkeit als Geschäftsführer:in mitbringen“, so die ZBM-Geschäftsführer Daniel Gahr und der Mainzer Bürgermeister Günter Beck (Grüne).

Man sei davon überzeugt, dass Frau Mailahn und Herr Glöckner diese Herausforderung meistern werden, und auch der Aufsichtsrat der ZBM habe sich für die Bestellung der beiden zur zukünftigen Geschäftsführung ausgesprochen, so Gahr und Beck. In den kommenden Monaten erfolgt dann die Übergabe zwischen August Moderer und seinen Nachfolgern.

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