Was sich mit dem neuen Bahnhof „Mainz-Schott“ im ÖPNV ändern wird

In ein paar Jahren bekommt Mainz mit dem Halt „Schott“ einen neuen Bahnhof in der Neustadt. Was bedeutet das künftig für den Bahnverkehr?

Was sich mit dem neuen Bahnhof „Mainz-Schott“ im ÖPNV ändern wird

Ab Dezember 2029 soll es eine neue Bahnhaltestelle in Mainz geben: Am Mittwoch (28. September) haben Landespolitiker, die Deutsche Bahn und der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd die Planungsvereinbarungen zum Bau des Bahnhofs „Mainz-Schott“ unterzeichnet (wir berichteten).

Vor allem soll der neue Bahnhof, der keine drei Kilometer vom Mainzer Hauptbahnhof entfernt ist, diesen entlasten. Dank einer neuen Personenunterführung soll er zum „Umsteigebahnhof“ werden, Fahrtzeiten verkürzen sowie S-Bahn- und Regionalverkehr besser miteinander vernetzen. Damit soll er ein „Knotenpunkt“ werden, formuliert es der SWR.

Schnelleres Umsteigen möglich

„Pendler:innen aus Rheinhessen werden dann nicht mehr den Umweg über den Mainzer Hauptbahnhof nehmen müssen, um nach Wiesbaden zu kommen, sondern können künftig schneller und zeitsparender umsteigen“, erklärt der Vorsitzende des Zweckverbandes Öffentlicher Personennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd, Landrat Dr. Fritz Brechtel. Demnach würden die Strecken aus Bingen, Bad Kreuznach und Alzey besser mit den S-Bahnen von und nach Wiesbaden verknüpft.

Laut DB werden hier künftig die Linien der S8 (Hanau –Wiesbaden), der RB75 (Aschaffenburg – Wiesbaden), der RB26 (Köln – Mainz), der RB33 (Neubrücke – Mainz) sowie der RB21/RE13 (Alzey – Mainz) am Bahnhof „Schott Mainz“ halten. Auch die Bewohner der Mainzer Neustadt sowie Beschäftigte der Mainzer Schottwerke hätten somit eine Direktanbindung an die Bahnen.

„Mainz-Nord“ schließt

Martin Mendel vom Fahrgastverband Pro Bahn sagt, dass Pendler künftig eine halbe Stunde Fahrt einsparen könnten. Denn Umwege entfallen, vor allem aus Richtung Bad Kreuznach, Alzey und Wiesbaden. Wie der SWR Mendel zitiert, werde nach Fertigstellung des neuen Bahnhofs jedoch der alte Bahnhof „Mainz-Nord“, der in unmittelbarer Nähe liegt, schließen. Dafür seien die Verbindungen in die Mainzer Neustadt von Schott aus besser, so Brechtel.

„Es ist zu erwarten, dass vor allem viele Pendler auf die Bahn umsteigen werden“ – Heinz Hesping

Umweltverbände erhoffen sich von dem neuen Bahnhof vor allem eine Entlastung auf den Straßen. So fordert ein Bündnis aus Naturschutzverbänden und politischen Gruppen etwa, die Pläne zum dreispurigen Ausbau der A643 durch die Naturschutzgebiete Mainzer Sand und Lennebergwald noch einmal zu überarbeiten. „Mit dem Ausbau des ÖPNV wird die Strecke zwischen der Anschlussstelle Mombach und dem Autobahndreieck nicht mehr überlastet sein, der Bahnverkehr und vor allem der ÖPNV werden massiv verbessert“, so Heinz Hesping, Sprecher des Bündnisses „Nix in den (Mainzer) Sand setzen“.

Der Bahnverkehr werde grundsätzlich attraktiver. Vor allem der Berufsverkehr werde davon profitieren. „Es ist zu erwarten, dass vor allem viele Pendler auf die Bahn umsteigen werden.“ So fordert Hesping, das aktuell laufende Planfeststellungsverfahren zur Erweiterung der Autobahn in diesem Abschnitt zu unterbrechen und nach besseren Lösungen zu suchen.

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