Zu schwer fürs Leihrad? Maximalgewicht bei „meinRad“ sorgt für Verwirrung

Nachdem die Mainzer Mobilität ihre neuen AGB veröffentlicht hat, kommt nun Kritik auf. Denn Leihradfahrer dürfen demnach nur noch 97 statt 120 Kilogramm mit Gepäck wiegen. Was das Unternehmen dazu sagt.

Zu schwer fürs Leihrad? Maximalgewicht bei „meinRad“ sorgt für Verwirrung

„Habt ihr schon die neuen AGB der MVG-meinRad gesehen? Ich bin gerade ziemlich fassungslos“, schreibt der Wiesbadener CDU-Politiker Ingmar Jung auf seiner Facebookseite. „Das zulässige Gesamtgewicht wird von 120 auf 97 Kilogramm reduziert. Damit darf ich die Fahrräder nicht mehr nutzen. Was ist denn passiert? Vertragen die Räder weniger als bisher? Oder wurden falsche Räder bestellt?“

Kurz zuvor hatte die Mainzer Mobilität ihre neuen AGB, die am 2. März in Kraft treten sollen, bekanntgegeben. In der Mail dazu stand klar, dass das maximale Gesamtgewicht zur Nutzung der Leihräder von 120 Kilogramm auf 97 reduziert werde. „97 Kilo mit Gepäck und Kleidern dürften viele erreichen. Und die sollen alle einfach mal so per AGB-Änderung von der Nutzung ausgeschlossen werden“, sagt Jung dazu. Mit seinem Unverständnis darüber ist er nicht allein. Auch in einer Wiesbadener Facebookgruppe wurde darüber diskutiert. Doch waas sagt nun die Mainzer Mobilität dazu?

„Wir können den Unmut verstehen.“ - Michael Theurer, Mainzer Mobilität

„Wir können den Unmut verstehen“, sagt Michael Theurer von der Mainzer Mobilität auf Merkurist-Anfrage. „Die jetzt veranlasste AGB-Änderung beruhte auf einem Fehler in den bisherigen AGBs für den wir uns entschuldigen.“ Bisher war dort angegeben, dass das Gesamtgewicht des Fahrers mit Gepäck 120 Kilogramm nicht überschreiten darf - das Rad selbst wurde dabei nicht berücksichtigt. „Es ist aber so, dass das Gesamtgewicht von Fahrer, Gepäck und Rad 120 Kilogramm nicht überschreiten darf“, erklärt Theurer. „Da das Rad rund 23 Kilo wiegt, wäre bisher also schon das Gewicht von Fahrerin oder Fahrer samt Gepäck auf rund 97 Kilo beschränkt gewesen.“ Das zugelassene Gesamtgewicht hat sich also gar nicht verändert, es wurde zuvor nur falsch kommuniziert.

Gesamtgewicht wurde jetzt erhöht

An der Kritik, dass 97 Kilogramm viele Menschen von der Nutzung der Räder ausschließen würde, ändert das erst einmal nichts. Die Mainzer Mobilität hat sie aber gehört. „Wir haben auf die Kritik von einzelnen Kundinnen und Kunden reagiert und mit dem Lieferanten der Räder nochmal den Austausch gesucht“, sagt Theurer. „Im Gespräch stellte sich heraus, dass das zulässige Gesamtgewicht auf 130 Kilogramm erhöht werden kann und das Fahrrad weiterhin verkehrssicher ist.“ Zieht man das Gewicht des Rads ab, darf der Fahrer mit Gepäck also ab sofort 107 anstatt der 97 Kilogramm wiegen - und das steht jetzt auch in den neuen AGB.

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