In diesem Automaten gibt es Kunst statt Zigaretten

Kunstwerke statt Zigaretten - das bekommt man aus einem Automaten in der Neubrunnenstraße. Woher der Automat kommt und was es damit auf sich hat.

In diesem Automaten gibt es Kunst statt Zigaretten

Das erste Mal entdeckt hat Merkurist-Leserin Nicole den Kunstautomaten im Juni, als sie mit ihrem Mann zufällig an diesem vorbei lief. Zuvor hatte sie von ihrer Freundin schon von ihm gehört, konnte sich aber nicht vorstellen, was das genau ist. Tatsächlich hängt die Installation schon seit 2017 in der Neubrunnenstraße 8, an der Walpodenakademie Mainz.

„Mein Mann und ich fanden die Idee witzig und wollten das gerne ausprobieren. Also haben wir die vier Euro eingeworfen und ein Kunstwerk gezogen.“ - Nicole, Leserin

Die Automaten bieten die Möglichkeit, sich kleine Kunstwerke von regionalen, nationalen und internationalen Künstlern zu ziehen. Begeistert von der Idee zogen die beiden sich selbst eines: „Mein Mann und ich fanden die Idee witzig und wollten das gerne ausprobieren.“ Die vier Euro gezahlt, hielten sie eine Zigarettenschachtel der besonderen Art in den Händen.

Was ist in der kleinen Schachtel?

„Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht davon, es wirkte auf mich jetzt nicht sehr künstlerisch.“ (Nicole Born, Leserin)

Bilder, Zeichnungen und Objekte von regionalen und internationalen Künstlern sind in den Schachteln zu finden. Wichtig ist nur, dass es in eine Zigarettenpackung passt. Die Box von Leserin Nicole enthielt Infos zu den Kunstautomaten sowie zum Künstler, der die kleine Schachtel mit seinem Kunstwerk befüllt hat, und natürlich zum Kunstwerk selbst.

Dieses war im Fall von Nicole und ihrem Mann ein kleines weihnachtliches Daumenkino von der Leipziger Künstlerin Christina Baumann. „Ich war ehrlich gesagt etwas enttäuscht davon, es wirkte auf mich jetzt nicht sehr künstlerisch. Aber ich finde die Idee mit dem Automaten toll und werde es bestimmt noch einmal probieren, wenn ich da wieder vorbei komme“, so Nicole zu Merkurist. Auch viele andere Mainzer probierten den Kunstautomaten schon aus Neugier aus oder ärgerten sich über ihn - weil sie ihn mit einem Zigarettenautomaten verwechselten, so Tanja Roolfs von der Walpodenakademie.

Kleine Kunstüberraschung von Mainzer Künstlern

In ganz Deutschland und Europa gibt es seit 2001 nun immer mehr Kunstautomaten. „Die Idee war, die Vielfältigkeit von Kunst in Deutschland und Europa preiswert für jeden zugänglich zu machen“, sagt Lars Kaiser von der Agentur Kunsttick, Ideengeber und Organisator der Kunstautomaten. Wer seine Kunst durch einen Automaten verbreiten will, kann Kontakt mit den Organisatoren aufnehmen und ihnen sein Kunstwerk vorstellen. Ob es dann letztlich einen Platz in einer Zigarettenschachtel erhält, entscheide allein die künstlerische Arbeit, und natürlich seien auch Mainzer Künstler in den Automaten vertreten, so Kaiser weiter zu Merkurist.

Generell können auf Anfrage an jedem öffentlichen Ort kostenfrei Automaten angebracht werden. Zuständig dafür ist die Agentur Kunsttick aus Potsdam. In Mainz ist der Automat in der Neubrunnenstraße bislang der einzige. Es besteht aber die Möglichkeit, noch weitere Automaten in Mainz aufzustellen. (df)

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