Neue Residenzpassage in Mainz kurz vor der Eröffnung

Fünf Jahre nach der Schließung des „Residenz & Prinzess“ und dreieinhalb Jahre nach dem Abriss der alten Passage steht die neue Residenzpassage zwischen Schillerstraße und Großer Langgasse kurz vor der Eröffnung. Was jetzt noch gemacht werden muss.

Neue Residenzpassage in Mainz kurz vor der Eröffnung

Mit dem französischen Kassenschlager „Monsieur Claude und seine Töchter“ verabschiedete sich das Kino „Residenz & Prinzess“ am 8. Januar 2017 . Danach wurde das Kino nach 60 Jahren endgültig geschlossen. Schon damals war klar, dass die ganze Residenzpassage abgerissen wird. Vor allem wegen eines Graffitis von Marilyn Monroe, das 1992 an die Wand gesprüht wurde, war sie ein echter Hingucker.

Allerdings war die Passage auch baufällig. 2010 kaufte der Bauträger Fischer & Co das Grundstück. Ursprünglich sollte die Residenzpassage als Bestandsimmobilie erhalten bleiben, doch dann entschied sich das Unternehmen für den Abriss und den Bau einer neuen Residenzpassage. Eine Sanierung kam nicht mehr infrage. Im Herbst 2018 wurde die alte Passage schließlich abgerissen. Bei einer Grabung stießen Archäologen 2019 auf besondere Überreste: Den Forschern gelang es, Teile von Grundstücksmauern und einer Fußbodenheizung aus der Römerzeit freizulegen. Weitere Funde stammen aus dem späten 19. und frühen 20. Jahrhundert.

Neubau „extrem verzögert“

Dann ging der Neubau weiter – und wurde durch Corona noch einmal „extrem verzögert“, wie Frank Röhr, Prokurist von Fischer & Co. gegenüber Merkurist sagt. „Viele Materialien wurden verspätet geliefert, die Fassadenverkleidung hat beispielsweise fünf bis sechs Monate länger gedauert.“ Doch jetzt steht die neue Residenzpassage kurz vor der Eröffnung.

Bereits im September sei der erste Eigentümer eingezogen, jede Wohnung sei bereits verkauft worden. Insgesamt gibt es in den oberen Stockwerken des vier- bis sechsgeschossigen Gebäudes 33 Wohnungen mit 3100 Quadratmetern Wohnfläche. Teilweise werden die Wohnungen von den neuen Eigentümern weitervermietet.

Zwei neue Läden

Im Erdgeschoss gibt es zudem zwei Gewerbeflächen mit 235 und 275 Quadratmetern, die mittlerweile verkauft wurden. So werden laut Röhr ein Naturdrogeriemarkt und ein Geschäft für physiotherapeutische Produkte eröffnen. Wann das so weit ist, könne er noch nicht sagen. Die ganze Passage soll voraussichtlich im Februar feierlich eröffnet werden.

Im Durchgang zwischen Großer Langgasse und Schillerstraße sollen dann römischen Relikte ausgestellt werden, die bei den Ausgrabungen gefunden wurden. „Die Passage wird hell und richtig schön“, so Röhr. Auch die Geschichte des alten Gebäudes soll mit Folien ausgestellt werden. Die Residenzpassage wird dann für jedermann bis 22 Uhr zugänglich sein. Röhr sagt: „Leben kommt vor allem rein, wenn die Geschäfte geöffnet haben.“

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