Großer Kasten an der alten Stadtmauer sorgt für Verwunderung

Lange lag die Fläche an der Rheinstraße brach, mittlerweile steht ein Neubau auf dem Gelände an der historischen Stadtmauer. Ein Element des Baus sorgt allerdings bei einigen Passanten für Verwunderung.

Großer Kasten an der alten Stadtmauer sorgt für Verwunderung

Wildwuchs, Graffiti und Dreck: So sah es jahrelang auf dem Gelände an der Rheinstraße 21 aus. Nach dem Abriss einer ehemaligen Tankstelle 2011 passierte dort lange nichts — für viele Mainzer war die Stelle ein „Schandfleck“, vor allem, weil die dahinterliegende historische Stadtmauer mit dem Gelände zu verfallen drohte. Doch das gehört mittlerweile der Vergangenheit an: Nach dem Kauf des Geländes 2015 fing die Frankfurter Immobilienagentur Curator r.e.m. AG an, dort ein neues Wohnhaus zu bauen. Seit April dieses Jahres ist der Bau nun fertig, die meisten Bewohner der 24 Wohnungen sind schon eingezogen.

Kasten zieht Blicke auf sich

Während die Stadtmauer auf der neu angelegten Grünfläche neben dem Bau nun weit prominenter in Szene gesetzt wird als noch vor einigen Jahren, zieht ein anderes recht auffälliges Bauelement vor der Mauer ebenfalls einige Blicke auf sich: ein großer, grauer Kasten. Und der gefällt nicht jedem. „Der Platz ist echt schön geworden und die Mauer tritt gut in Erscheinung. Da ist es echt schade, dass da dann jetzt so ein grauer Klotz das Gesamtbild massiv beeinflusst“, schreibt etwa Merkurist-Leser Co No. Deutlicher wird Leserin Lisa. Sie fragt in ihrem Snip: „Was ist das für ein hässlicher neuer Kasten bei der original alten Stadtmauer?“

Eine Idee, worum es sich dabei handelt, hat Leser Thomas — er wiegelt auch bei der Optik des mysteriösen Kastens ab:

Den Zweck des Kastens bestätigt auch Karsten Kujus, Vorstand bei Curator r.e.m. gegenüber Merkurist. „Bei dem ‘Kasten’ handelt es sich um die Überdachung der Fluchttreppe (2. Rettungsweg) aus der Tiefgarage“, erklärt er. „In Abstimmung mit der Stadt Mainz wurde ein Teilbereich als Sitzgelegenheit gestaltet, um eine gewisse Aufenthaltsqualität für den neuen öffentlichen Platz vor der historischen Stadtmauer zu schaffen.“

Mehrere Gründe für Optik des Kastens

Bei der Gestaltung der Überdachung seien dann verschiedene Aspekte eingeflossen — nicht nur optischer Art. „Unser Ziel war, die Einhausung so zu gestalten, dass zum einen möglichst wenig Regenwasser in die Tiefgarage eindringt und auch kein vermeidbarer Abfall in die Tiefgarage entsorgt wird“, so Kujus. Zum anderen habe man eine „möglichst zurückhaltende, schmale Konstruktion“ gewählt, um die Stadtmauer so wenig wie möglich zu verdecken — deshalb sei der Kasten mit Lamellen konstruiert worden. Die Farbe orientiert sich, so Kujus, an den Wintergärten der Neubau-Wohnungen. (pk)

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