Die ersten Motoren stehen im neuen Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue

Im April begannen die Bauarbeiten, nun steht bereits das Grundgerüst: Das neue Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue nimmt langsam Form an. Derzeit werden riesige Gasmotoren eingebaut. Damit liegt das 100-Millionen-Euro-Projekt im Zeitplan.

Die ersten Motoren stehen im neuen Kraftwerk auf der Ingelheimer Aue

Vor knapp zehn Monaten startete auf der Ingelheimer Aue der Bau eines neuen Blockheizkraftwerks der Kraftwerke Mainz-Wiesbaden AG (KMW), nicht weit von den beiden bestehenden Gaskraftwerken. Seit dem 5. Februar hieven Spezialkräne nun nach und nach riesige, in blauer Folie verpackte Gasmotoren in den Neubau. Jeder einzelne von ihnen ist gut 140 Tonnen schwer, was etwa 140 Kleinwagen entspricht. Sieben der zehn Motoren sind inzwischen eingebaut – die anderen folgen in den nächsten Tagen, so die KMW. Laufe auf der riesigen Baustelle weiterhin alles glatt, könne das Gasmotorenwerk Ende 2018 wie geplant in Betrieb gehen und dann aus Erdgas Wärme und Strom für die Stadt Mainz erzeugen.

Rundgang über die Baustelle

Der Mainzer Oberbürgermeister und KMW-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Ebling (SPD) und die KMW-Vorstände Lars Eigenmann und Stephan Krome besichtigten am Mittwoch die Großbaustelle auf der Ingelheimer Aue. „Ein weiterer wichtiger Meilenstein dieses Projekts ist jetzt erreicht“, so die drei bei ihrem Rundgang. Das rund 100 Millionen Euro teure Kraftwerk nutze mit über 85 Prozent die Energie des Erdgases hervorragend aus. Die Motoren können laut KMW innerhalb von zwei Minuten angefahren werden. Damit könne man auf eine schwankende Stromproduktion der erneuerbaren Energien bei Windflaute oder wenig Sonneneinstrahlung rasch reagieren. „Das neue Blockheizkraftwerk benötigt im Vergleich zum bestehenden Gas- und Dampfturbinenkraftwerk auf der Ingelheimer Aue deutlich weniger Erdgas bei gleicher Fernwärmeerzeugung für Mainz und ist damit sehr umweltfreundlich“, so Ebling.

Die gut 13 Meter langen und fünf Meter breiten Motoren des finnischen Herstellers Wärtsilä Energy Solutions sind die Herzstücke des Kraftwerks. Im Herbst kamen sie auf dem Wasserweg nach Mainz. Nachdem der Bau des neuen Kraftwerks inzwischen entsprechend weit fortgeschritten sei, könnten die Motoren jetzt an ihren endgültigen Stellplatz im Erdgeschoß der neuen Anlage transportiert und verankert werden. Jeder von ihnen verfügt über eine elektrische Leistung von zehn Megawatt.

Fernwärmeversorgung muss rund um die Uhr gesichert sein

Ob der Dom, die Universität, die Uniklinik oder die Rasenheizung in der Opel-Arena: Das bestehende Gas- und Dampfturbinenkraftwerk hat bis 2013 mehr als 90 Prozent der gesamten Mainzer Fernwärmeversorgung getragen. Bei der Stromproduktion wird bisher die dabei anfallende Wärme genutzt und über ein 70 Kilometer langes Leitungsnetz in Mainz verteilt. „Das bestehende GuD-Kraftwerk ist aber eine stromgeführte Anlage“, sagt Eigenmann. „Das heißt, sie kann nur dann wirtschaftlich sinnvoll betrieben werden, wenn sich die Einsatzzeiten des Kraftwerks in erster Linie nach den Strompreisen richten.“ Die Fernwärmeversorgung muss aber insbesondere im Winter rund um die Uhr gesichert sein. Hier soll deshalb das neue Blockheizkraftwerk ansetzen, dessen Motoren aus Erdgas Wärme und Strom erzeugen werden.

„Wir sind stolz, durch die Kooperation mit der KMW AG unseren Beitrag zur umweltfreundlichen und wirtschaftlichen Strom- und Wärmeversorgung der Stadt Mainz zu leisten“, so Melle Kruisdijk, Area Vice President bei Wärtsilä Energy Solutions. Zusätzlich zum neuen Blockheizkraftwerk entsteht auf dem Gelände derzeit ein großer Wärmespeicher. Er soll zur Heizperiode im Winter 2018 in Betrieb gehen.

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