Nach 15 Jahren bekommt eines der mächtigsten Dezernate der Stadt Mainz eine neue Leitung: Der Grünen-Politiker Daniel Köbler wird Nachfolger von Günter Beck als Finanzdezernent und damit auch neuer Bürgermeister. Köbler ist seit 2004 Mitglied im Mainzer Stadtrat, seit 2019 Ortsvorsteher der Oberstadt und sitzt für seine Partei im rheinland-pfälzischen Landtag.
Er fühle sich gut vorbereitet, erklärte Köbler gegenüber Merkurist. Sein Vorgänger habe ihn frühzeitig in viele Prozesse eingebunden. „Ich bin sehr dankbar – auch aufgrund der langjährigen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit Günter Beck“, so der neue Bürgermeister. Er wolle einen nahtlosen Übergang gewährleisten und die angestoßenen Projekte konsequent weiterführen.
Haushalt und Großsporthalle als zentrale Projekte
Das zentrale Thema sei ohne Frage der Haushalt. Die finanzielle Situation der Stadt sei schließlich angespannt. Eine der großen Aufgaben werde es daher sein, Verbesserungen beim kommunalen Finanzausgleich zu erreichen. „Als Landeshauptstadt müssen wir hier angemessen unterstützt werden – das steht ganz oben auf der Agenda“, betont Köbler.
Ein weiteres zentrales Vorhaben ist die geplante multifunktionale Großsporthalle. Dieses Projekt stehe „im Sportbereich ganz oben auf der Agenda“. Auch weitere Hallenprojekte sollen vorangetrieben werden.
Realismus bei steigenden Baukosten gefordert
Gleichzeitig warnt der zukünftige Finanzdezernent vor den Herausforderungen durch die enorm gestiegenen Baukosten. Diese Entwicklung, eine Spätfolge der Corona-Pandemie, erfordere eine Neubewertung von Bauprojekten, etwa im Kulturbereich beim Gutenberg-Museum oder der Kunsthalle.
Es sei entscheidend, realistisch zu bleiben und diszipliniert Prioritäten zu setzen. Auch die durch Sondervermögen geschaffenen Investitionsmöglichkeiten würden nicht bedeuten, dass alles gleichzeitig umgesetzt werden könne.