700.000 Euro für eines der meist gefährdeten Säugetiere

Der Feldhamster ist eines der meist gefährdeten Säugetiere Westeuropas. Schuld daran ist die moderne Landwirtschaft und der hohe Flächenverbrauch. Die letzten ihrer Art leben schwerpunktmäßig in Rheinhessen. Und die sollen jetzt geschützt werden.

700.000 Euro für eines der meist gefährdeten Säugetiere

Kaum Nahrung, keine Verstecke: Noch vor einigen Jahrzehnten war der Feldhamster auf deutschen Feldern häufig gesehen, heute ist er bedroht, vielerorts sogar ganz verschwunden. Das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Mainz und die Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz wollen dem Hamster wieder neuen Lebensraum verschaffen - gemeinsam mit Landwirten. Bereits 700.000 Euro wurden bislang seit 2016 für Projekte des Feldhamsterschutzes ausbezahlt, meldet nun das Umweltministerium, das das Programm auch wissenschaftlich begleitet.

Tiere schützen, Vorkommen erweitern

„Durch die Intensivierung der Landwirtschaft geht die Zahl der Feldhamster seit den 1980er Jahren dramatisch zurück“, heißt es von Seiten der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. „Der Feldhamster ist heute eines der am meisten gefährdeten Säugetiere Westeuropas.“ Im Vergleich zu früher werde das Getreide heute viel früher geerntet. Dem Hamster fehlen dann Deckung und Nahrung sowie die Möglichkeit, einen Wintervorrat anzulegen. Verschärft werde die Situation durch den zunehmenden Flächenverbrauch für Siedlungen, Industriegebiete und Infrastruktur. Ziel sei es nun, das Vorkommen des Feldhamsters vor allem in Rheinhessen zu erweitern, die noch verbleibenden Tiere zu schützen.

„Wir haben hier in Mainz das wichtigste und eines der letzten Vorkommen von Feldhamstern in Rheinland-Pfalz“, so die rheinland-pfälzische Staatssekretärin Katrin Eder (Bündnis 90/Die Grüne). Um den Hamster vor Fressfeinden zu schützen, wurden etwa in den Gemarkungen von Hechtsheim, Ebersheim, Bretzenheim und Marienborn Lebendfangfallen aufgestellt. Landwirte lassen zudem Blühstreifen und Luzerne für die Hamster auf ihren Feldern stehen. „„Gerade in dieser Jahreszeit – nach der Ernte der Felder – die heute auf großer Fläche und in großer Geschwindigkeit läuft, haben die Feldhamster ein Problem: Es fehlt für sie und ihren Nachwuchs Nahrung und Deckung“, so Eder.

Aktuell ist das Landesamt für Umwelt dabei, alle bekannten Vorkommen der Feldhamster in Rheinland-Pfalz zu kartieren, Erfahrungen mit anderen Bundesländern sowie Frankreich auszutauschen und daraus eine Hamsterstrategie zu erarbeiten.

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