Wassermangel: Wildtiere drohen zu verdursten

Sie finden kein Wasser und keine Nahrung, das Mainzer Tierheim hat bereits 300 von ihnen aufgenommen und päppelt sie auf: Frei lebende Tiere leiden derzeit besonders unter der Hitze.

Wassermangel: Wildtiere drohen zu verdursten

Wegen des ausbleibenden Regens finden Wildtiere momentan kaum Wasser und Nahrung. Wie das Mainzer Tierheim gegenüber Merkurist mitteilt, seien aktuell über 300 Wildtiere hier untergebracht, da sie nichts zu fressen und zu trinken finden. Bäche und Pfützen sind ausgetrocknet, Schnecken und Regenwürmer – die Nahrung der Igel – verkriechen sich tief in die Erde. Vor allem in Städten sind Wasserstellen nur selten vorhanden.

„Viele Tierbabys waren kurz vor dem Verhungern und Verdursten“, berichtet die Vorsitzende des Tierheims, Christine Plank. Unter ihnen befinden sich allein 100 Igel-Jungtiere, aber auch zahlreiche Eichhörnchen. Sie werden nun von den Mitarbeitern des Tierheims wieder aufgepäppelt. Auf der Suche nach Futter streunen die Tiere herum, was zusätzlich die Verletzungsgefahr erhöht: Sie können angefahren und leichter von Raubtieren gefunden werden.

Unerträglich heiß wird es oft für Fledermäuse in ihren Behausungen. Während sie sich im Frühjahr Verstecke gesucht haben, die sich schnell erwärmen, befinden sie sich nun in der Hitzefalle, warnt der Naturschutzbund (Nabu).

Weil sie immer weniger natürliche Baumhöhlen finden, beziehen Fledermäuse häufig Spalten und Hohlräume an Gebäuden. Unter schwarzen Dachziegeln und dunklem Kupferblech können jedoch gerade Temperaturen bis zu 60 Grad entstehen. Verzweifelt suchen die Tiere dann am Tag nach kühleren Bereichen, um nicht zu verbrennen, und landen dabei manchmal sogar in den Wohnungen darunter. Viele Jungtiere fallen sogar aus ihrem Quartier hinaus.

Wie ihr den Tieren helfen könnt

Der deutsche Tierschutzbund bittet darum, in der warmen Jahreszeit im Garten, auf der Terrasse und auf dem Balkon den Tieren Wasser anzubieten. Dann können sie nicht nur ihren Durst stillen, sondern sich auch abkühlen und reinigen.

Für Vögel eignet sich am besten eine Schale aus rauem Material mit flachem Rand, auf dem sie gut landen können. Diese soll am besten nicht auf dem Boden stehen, sondern etwas erhöht. So haben die Vögel einen guten Rundumblick und können sich bei Gefahr schnell zurückziehen.

Auch für Eichhörnchen und Igel eignen sich flache Schalen. Diese sollten natürlich auf dem Boden stehen, an einer gut erreichbaren und einsehbaren Stelle. Igeln kann man zudem Katzenfutter anbieten. Für Bienen und andere Insekten kann man in die Wasserschale zusätzlich ein paar kleinere Steine legen, damit sie hier landen können.

Das Wasser in den Tränken sollte regelmäßig gewechselt und die Schale immer sauber gehalten werden. Sonst könnten Krankheitserreger entstehen.

Wenn ihr heruntergefallene Fledermäuse findet, bringt sie an einen kühleren und Katzen-sicheren Platz, rät der Nabu. Bis zur Dämmerung kann man sie in einem Karton aufbewahren und erst dann freilassen. Am besten gebt ihr dem Tier mit einem Teelöffel etwas Wasser. Anfassen solltet ihr die Fledermaus - wie andere Wildtiere auch - nur mit Handschuhen. Zum einen könnten sie Krankheiten übertragen, zum anderen aus Angst auch mal zubeißen.

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