Immer mehr Nosferatu-Spinnen in Mainz

Merkurist-Leser Frank machte kürzlich in seinem eigenen Garten eine erschreckende Entdeckung: Eine große Nosferatu-Spinne hat sich an einem Holzstapel eingenistet. Die kann im Ernstfall auch mal zubeißen. Doch Frank wird sie trotzdem in Ruhe lassen.

Immer mehr Nosferatu-Spinnen in Mainz

„Was ist das für eine Spinne!?“ Merkurist-Leser Frank hat Angst vor den krabbelnden Achtbeinern, zumal vor so großen, wie er sie an einem Holzstapel in seinem Garten in Marienborn entdeckt hat: Brauner Körper, schwarzes Muster, dazu mit Haaren bedeckt.

Schnell macht er ein Foto des Tiers und schickt es dem Nabu. „Das ist eine Kräuseljagdspinne, wegen der Rückenzeichnung auch Nosferatu-Spinne genannt“, meldet ihm Rainer Michalski von der Nabu-Regionalstelle Rheinhessen-Nahe kurz darauf zurück. „Ein Einwanderer aus Südeuropa.“ Eigentlich lebt die Kräuseljagdspinne in lichten Wäldern rund um das Mittelmeer. Durch Touristen und den Klimawandel werde sie jedoch allmählich auch bei uns heimisch.

In Mainz inzwischen weit verbreitet

Die Art sei inzwischen in Mainz weit verbreitet, teilt Michalski mit. „Im Freiland wurde sie bisher aber selten gefunden.“ Im Durchmesser wird die Spinne bis zu sechs Zentimeter groß, wirkt aber durch ihren langen Körper weitaus größer. Dank ihrer Hafthaare kann sie auch senkrechte Glasscheiben nach oben laufen.

„Die Spinne hat sich in Mainz festgesetzt und wird auch nicht mehr gehen“ – Rainer Michalski, Nabu

Bereits im Januar hat die Mainzerin Patricia im Hausflur vor ihrer Wohnung im Kästrich eine Nosferatu-Spinne entdeckt. Ihr Freund Erik Opper berichtete damals gegenüber Merkurist: „Schon 2005 gab es den ersten Fund in Rheinland-Pfalz – in einem Kindergarten. Der musste damals evakuiert werden.“ Überall im Bereich der Kernstadt würden dem Nabu inzwischen Funde gemeldet, sagt Michalski vom Nabu. „Die Spinne hat sich in Mainz festgesetzt und wird auch nicht mehr gehen.“

Gefährlich sei sie jedoch normalerweise nicht. Nur, wenn sie sich in die Enge getrieben fühle, könne sie auch mal beißen. Die Bisse seien zwar schmerzhaft, aber harmloser als ein Wespenstich. Die Nosferatu-Spinne in Franks Garten wird wohl dennoch bleiben dürfen: „Meine Familie ist zwar genau wenig begeistert wie ich, doch wir werden sie in Ruhe lassen.“

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