Hier könnt ihr den Mainzer Storch-Nachwuchs live beobachten

50 Meter hohe Strommasten, darunter die ratternden Züge: 19 Storchenpaare haben sich dieses ungewöhnliche Domizil in Laubenheim für ihre Nester ausgesucht. Nun sind die Küken geschlüpft. Per Webcam könnt ihr live die Aufzucht beobachten.

Hier könnt ihr den Mainzer Storch-Nachwuchs live beobachten

Der Weißstorch ist in großer Zahl zurück in Mainz und Wiesbaden. Rund 400 Storchenpaare brüteten vergangenes Jahr in der Umgebung: bei Ingelheim, im Bodenheimer und Hessischen Ried, an der Mainspitze sowie in Schierstein, Mombach und Laubenheim. Diese Zahl ist enorm, denn zwischen den 1970er Jahren und 1996 gab es in der Region keinen einzigen Weißstorch.

Die Renaturierung an den Rheinufern und im Umland und das Engagement zahlreicher Bürger und Kommunen sorgten dafür, dass sich allmählich wieder Storchenpaare ansiedeln konnten. Der Brutbestand vervielfachte sich jährlich. „Seit Jahren ist die Population in der Region wieder stabil, daher bedarf es keiner Unterstützung mehr“, sagt Ingrid Dorner, die beim NABU Rheinland-Pfalz für den Weißstorchschutz zuständig ist.

Für die Mainzer Netze sind die brütenden Störche auf den Hochspannungsmasten in Laubenheim nicht ganz unkritisch: „Es gibt im wahrsten Sinne des Wortes ein gewisses Spannungsfeld“, so Ioannis Kombouris, Fachbereichsleiter Instandhaltung Stromanlagen bei den Mainzer Netzen. Hängen Zweige vom Nest herunter, kann es zu einem Überschlag und damit zu Stromstörungen kommen. So kam es auch schon zum Ausfall von Leitungen und ganzen Umspannwerken.

19 Storchennester auf Laubenheimer Strommasten

Seit 20 Jahren schon nisten Storchenpaare auf den Hochspannungsleitungen bei Laubenheim in mehr als 30 Metern Höhe. Seit 2018 arbeiten die Mainzer Netze und die Überlandwerk Groß-Gerau GmbH gemeinsam mit Naturschutzverbänden, dem Landesvogelwart Rheinland-Pfalz/Hessen und den Naturschutzbehörden an einer verträglichen Lösung. Die wichtigste Maßnahme: Nach dem Nestbau und bevor die Eier gelegt sind, werden herabhängende Äste abgeschnitten. Im Herbst werden Nester ganz entfernt, damit sie im Lauf der Jahre nicht zu schwer werden und die Stahlkonstruktion sowie die Isolatoren an den Masten beschädigen.

Denn nach einigen Jahren kann ein Storchennest mehrere hundert Kilogramm wiegen. „Alle Storchenpaare bauen mit Bravour jährlich ihr neues Nest auf“, so Ingrid Dorner vom NABU. Einige der Paare nisten bereits seit etlichen Jahren in Laubenheim, die meisten sind jedoch Erstbrüter. An den für die Vögel kritischen Stellen wurden Kleinwindräder installiert, um den Nestbau zu verhindern.

Neben den zwei Storchenfamilien, die im Live-Video zu sehen sind, nisten auf einem einzigen Hochspannungsmast sechs weitere Paare. Insgesamt haben die Weißstörche drei Masten in Laubenheim besetzt – mit insgesamt 19 Nestern. Die Aufnahmen liefern auch den Naturschützern wichtige Informationen: „Die Beobachtung der beiden Nester via Kamera bringt Erkenntnisse zu den besonderen Lebensgewohnheiten und-umständen einer Ansiedlung dort oben“, so Dorner.

Hier könnt ihr die Störche live beobachten.

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