Baumsterben: Forscher aus Mainz und Hessen finden dürreresistente Buchen

Wie können unsere Wälder Trockenzeiten, Hitze und den Klimawandel überstehen? Forscher aus Hessen und Mainz haben Buchen auf ihr Erbgut hin untersucht. Und herausgefunden, was Bäume widerstandfähiger macht.

Baumsterben: Forscher aus Mainz und Hessen finden dürreresistente Buchen

Die Hitzesommer der vergangenen Jahre haben vor allem bei den Bäumen ihre Spuren hinterlassen. Viele haben Schäden davongetragen, etliche sind sogar vertrocknet (wir berichteten). Ein Team um den Biologen Prof. Dr. Markus Pfenninger hat nun herausgefunden, welches Erbgut entscheidend dafür ist, dass die Bäume Dürren besser standhalten.

Für ihre Studie untersuchten die Wissenschaftler 200 hessische Buchenpaare auf ihr Erbmaterial hin, sowohl geschädigte als auch gesunde. Rund 100 DNA-Abschnitte sind demnach für die Dürreresistenz entscheidend. Bei gesunden Bäumen enthalten diese Abschnitte unter anderem Gene, die aus anderen Pflanzen bekannt sind und eine Reaktion auf Trockenstress ermöglichen. „Die individuelle genetische Ausstattung bestimmt darüber, ob eine Buche längere Trockenperioden gut übersteht“, sagt Pfenninger. Der Wissenschaftler lehrt an der an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und ist Mitglied im „LOEWE-Zentrum für Translationale Biodiversitätsgenomik“ sowie im „Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum“.

Gene entscheiden über Widerstandsfähigkeit

Die Forscher hatten in den Trockenjahren 2019 und 2020 Buchen vom Taunus über das Rhein-Main-Gebiet bis zum Odenwald, Westerwald und Nordhessen untersucht. Beteiligt waren auch Forscher der Justus-Liebig-Universität Gießen, der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt, der TU Darmstadt und der Hochschule Geisenheim University.

„Mit unserer Studie haben wir die wissenschaftlichen Grundlagen für ein nachhaltiges Management von Buchenwäldern gelegt, das die natürliche Selektion widerstandsfähiger Bäume unterstützt“, so Pfenninger.

Ihre Ergebnisse haben die Forscher nun als Grundlage genommen, um einen Test zu entwickeln, mit dem man die Dürreresistenz der Buchen nachweisen kann - auch schon in deren Samen. Nun gelte es, natürliche Wälder gezielt zu überwachen, selektiert abzuholzen und wiederaufzuforsten. „So können wir dazu beitragen, ein einzigartiges Ökosystem zu erhalten, das den Klimawandel bereits zu spüren bekommt. Denn der nächste Hitzesommer wird kommen – früher oder später.“

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