Ist man im RMV-Gebiet günstiger unterwegs als im RNN-Gebiet?

Mit Bus und Bahn in der Region unterwegs zu sein, das kann aufgrund der verschiedenen Verkehrsverbünde kompliziert werden. Und auch die Preisgestaltung bei RMV und RNN wirft bei manchem Fragen auf.

Ist man im RMV-Gebiet günstiger unterwegs als im RNN-Gebiet?

Mit dem Bus von Ebersheim nach Harxheim: 4,10 Euro. Von Mainz nach Wiesbaden: 2,80 Euro. Fünf Kilometer versus 14 Kilometer. Die Preise für Einzelfahrten mit dem Nahverkehr in der Region unterscheiden sich deutlich. Doch warum ist das so? Das fragt sich auch Leser Marcel in seinem Snip: „Warum ist der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) so viel günstiger als der Rhein-Nahe-Nahverkehrsverbund (RNN)?“

Wie RMV-Pressesprecher Maximilian Meyer mitteilt, sei es zunächst wichtig zu sehen, dass ein Vergleich von Kilometerpreisen in Verkehrsverbünden, bei denen die Preise auf Tarifgebieten beruhen, nicht funktioniere. „Beispielsweise kostet eine Fahrt durch das Tarifgebiet 65 Mainz/Wiesbaden (Ausnahme Kurzstrecke) immer gleich, egal ob man eine kurze oder lange Strecke fährt.“

Einzelfahrkarte macht nur kleinen Teil aus

Ein weiterer Grund für unterschiedliche Fahrpreise im Vergleich von Regionen sei, so Meyer, die Finanzierung. „Im RMV werden rund 56 Prozent der Kosten durch Fahrgeldeinnahmen gedeckt. Außerdem gibt es innerhalb Deutschlands unterschiedliche Fahrkartensortimente. Die Einzelfahrkarte wird zwar oft als Maßstab für einen Vergleich genommen. Sie macht aber nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Fahrten aus. Viele Fahrgäste nutzen Zeitkarten, Jobticket oder Kombitickets.“

Laut RMV-Pressesprecher Meyer stieg der Preis bisher jährlich um 1 bis 1,5 Prozent. Das bedeutet: 2016 kostete eine Einzelfahrt 2,75 Euro, 2017 und 2018 2,80 Euro. Ab 2020 wird sie 2,90 Euro kosten. Beim RNN stiegen die Preise jährlich um zwei bis drei Prozent. Derzeit zahlt man für eine einfache Fahrt im Gebiet zwischen Mainz/Wiesbaden und den umliegenden Gemeinden 4,10 Euro.

Update 17. Oktober:

Der RNN äußert sich wie folgt zur Frage, warum der RMV scheinbar günstiger ist: „Die Preisvergleiche auf Kilometerbasis sind bei Verbundtarifen nicht zielführend und nicht sinnvoll, da Zeitkarten immer im jeweils gelösten gesamten Tarifgebiet gültig sind. So kann man mit einer Zeitkarte von der Wabe 313 Bodenheim zur Wabe 300 Mainz/Wiesbaden auch von Bodenheim zum Beispiel bis Wiesbaden-Auringen fahren und den gesamten Stadtverkehr nutzen.“ Bei allen räumlich geltenden Verbundtarifen ließen sich immer konkrete Verbindungen finden, die pro Kilometer günstiger und welche die teurer seien, so ein Sprecher. „Aber dann wird der Vorteil bei Tageskarten und Zeitkarten außer Acht gelassen, dass man flexibel alle Verbindungen in den gelösten Waben beliebig nutzen kann – und die Zeitkarte somit eine Art „Flatrate“ für ein bestimmtes räumliches Gebiet darstellt.“

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