Häufen sich Straßenbahn-Unfälle in Mainz?

Gerade erst vergangene Woche hat es zweimal in Mainz gekracht - beide Male war eine Straßenbahn beteiligt. Doch hat die Zahl der Straßenbahn-Unfälle in den vergangenen Monaten in Mainz zugenommen?

Häufen sich Straßenbahn-Unfälle in Mainz?

38 Straßenbahn-Unfälle: So viele zählt die Polizei Mainz bisher in diesem Jahr. Erst vergangene Woche krachte es zweimal, einmal in Gonsenheim, einmal in Bretzenheim. Doch es stellt sich die Frage: Häufen sich Straßenbahn-Unfälle in Mainz?

Blickt man auf die Statistik der Polizei Mainz, lautet die Antwort: ja. 38 Unfälle waren es bis November 2019, 31 im vergangenen Jahr. 2015 waren es noch 24 Unfälle - da war die Mainzelbahnstrecke allerdings noch nicht in Betrieb. Dabei zählt die Polizei aber nicht nur Zusammenstöße, sondern auch Vorfälle, bei denen die Bahn zum Beispiel stark abbremsen musste und ein Fahrgast stürzte. „Die Unfallzahlen haben alleine deswegen schon zugenommen, weil 2016 die Mainzelbahn in Betrieb genommen wurde“, sagt Polizeisprecher Matthias Bockius. „Die Verkehrsteilnehmer mussten sich an diese neue Situation gewöhnen. Außerdem gibt es einfach mehr Straßenbahnen.“

Bei den Unfallursachen kristallisieren sich laut Polizei Mainz drei Hauptursachen heraus: Rotlichtverstöße, das Nichtbeachten der Vorfahrt und Fehler beim Abbiegen. Die Schuld liege in den allermeisten Fällen nicht bei der Straßenbahn. „Die kann ja nicht ausweichen, es kann höchstens vorkommen, dass sie ein Signal überfährt“, sagt Bockius.

Unfallschwerpunkte in Bretzenheim und Gonsenheim

Unfallschwerpunkte lassen sich dennoch aus der Statistik herauslesen. Gerade an der Haifa-Allee in Bretzenheim oder in der Elbestraße in Gonsenheim kommen Unfälle mit Straßenbahnen häufiger vor. Spitzenreiter in diesem Jahr ist bisher der Kaiser-Wilhelm-Ring mit sechs Unfällen. Fünf ereigneten sich an der Elbestraße (davon zwei an der Hugo-Eckener-Straße) und drei an der Haifa-Allee (Höhe Mercedesstraße).

Michael Theurer, Pressesprecher der Mainzer Mobilität, sieht genau wie Bockius keine Schuld bei den Straßenbahn-Fahrern. „Das ist so gut wie nie der Fall, denn die Straßenbahn fährt auf Gleisen - da kann sie ja nicht zur Seite springen.“ Bei einer Fahrleistung von 36.000 Kilometern am Tag sei die Zahl der Vorfälle in Relation sehr gering. „So viel wie gefahren wird, ist auch die Gefahr von Unfällen größer.“ Mit der Stadt und der Polizei stehe man, was Nachbesserungen angehe, in Austausch. Dazu gebe es regelmäßige Treffen. Zudem werde das Personal gut geschult, sodass die Fahrer auf solche Situationen vorbereitet sind. Aber: „Man kann sie nicht auf alles vorbereiten. Es kann immer etwas passieren.“ (mm/pk)

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