9-Euro-Ticket: Was Mainzer ÖPNV-Kunden jetzt wissen müssen

Mit dem 9-Euro-Ticket für die Nutzung des ÖPNV will die Bundesregierung Bürger entlasten. Nun gibt es Neuigkeiten zur Umsetzung in Mainz.

9-Euro-Ticket: Was Mainzer ÖPNV-Kunden jetzt wissen müssen

Schon seit Ende März ist bekannt: Das 9-Euro-Ticket soll ÖPNV-Nutzer bundesweit insgesamt drei Monate lang entlasten (wir berichteten). Was aber wenige wissen: Final muss das von Bundestag und Bundesrat erst noch beschlossen werden. Wenn das am 19. und 20. Mai erfolgen sollte, gibt es von rechtlicher Seite keine Unsicherheiten mehr: Das günstige Monatsticket wird dann kommen. Aktuell gibt es noch Einzelheiten zur Finanzierung des Projekts zwischen Bund und Ländern zu klären, denn die Einnahmeausfälle der ÖPNV-Branche sollen mit über 2,5 Milliarden Euro vom Bund gegenfinanziert werden.

Für die Verkehrsverbünde und -betriebe gebe es allerdings laut Jochen Erlhof, Geschäftsführer der Mainzer Verkehrsgesellschaft (MVG) jetzt schon „Druck aufgrund der Zeitabläufe“. In den vergangenen Wochen war noch unklar, wie genau das Angebot umgesetzt werden soll. Nun aber hat die MVG am Dienstag Details zur Umsetzung bekanntgegeben. So soll das 9-Euro-Ticket sowohl für Neukunden als auch Bestandskunden gelten und damit allen Fahrgästen zugute kommen.

Umsetzung des 9-Euro-Tickets für Bestandskunden

Alle Kunden mit bestehenden Abonnements (z.B. Jahresabos, JobTickets) sollen automatisch ab Juni von dem günstigeren Tarif profitieren. „Alle Abonnentinnen und Abonnenten werden ein individuelles Schreiben erhalten, in dem die Einzelheiten der Umsetzung nochmal aufgeführt sind“, so Christian Hoffmann, Abteilungsleiter Kunde und Öffentlichkeit der MVG. Bestandskunden könnten dann ab Juni den Nahverkehr mit ihren bestehenden Tickets bundesweit nutzen, brauchen also kein extra Ticket. Die Bankeinzüge werden laut Hoffmann für diesen Zeitraum dann auf neun Euro reduziert beziehungsweise Differenzbeträge nachträglich zurückerstattet. Alle Vorteile der jeweiligen Abonnements (z.B. Mitnahmeregelungen) bleiben im geltenden Tarifgebiet bestehen – außerhalb dessen gelten dann die Regelungen des 9-Euro-Tickets für Neukunden.

Für Studierende der Johannes Gutenberg-Universität und der Mainzer Hochschulen gestaltet sich die Rückerstattung schwieriger. Die Studierenden zahlen das Semesterticket immer schon mit dem Semesterbeitrag, also auch im Voraus. Da die Studierenden selbst keine Vertragspartner der MVG seien, sondern über die Universität bzw. die Hochschulen ein Semesterticket erhalten, müsse eine Erstattung über den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA) erfolgen, der dies dann wiederum mit der MVG verrechne. Hier sei die MVG laut Hoffmann bereits in Gesprächen mit dem AStA. „Ein Studierender bekommt von uns kein Geld zurück, denn sie haben bei uns kein Ticket gekauft“, fasst Hoffmann zusammen. Die konkrete Planung und Umsetzung der Erstattung liege beim AStA.

Umsetzung des 9-Euro-Tickets für Neukunden

Das 9-Euro-Ticket wird laut MVG an allen bekannten Vertriebsstellen angeboten. Dort sollen die Monatskarten ab voraussichtlich dem 23. Mai zum Vorverkauf erhältlich sein. Für eine sofortige Verwendung kann das Ticket ab dem 1. Juni auch in den Fahrzeugen bargeldlos gekauft werden. Der Verkauf über die App der Mainzer Mobilität ist derzeit noch in Vorbereitung. Wichtig sei, dass es sich bei der Karte um einen personalisierten Fahrschein handeln werde und dieser damit nicht übertragbar sei. Jeder Nutzer muss also nach dem Kauf seinen Namen auf dem Ticket eintragen. Auch werde es keine Mitnahmeregelung geben. Zudem seien keine weiteren Ermäßigungen geplant: Kinder bis sechs Jahre fahren zwar weiterhin kostenfrei, ab über sechs Jahren brauchen diese allerdings ihr eigenes Ticket.

Die Tickets werden dann immer für den gesamten Kalendermonat gültig sein. Anders als sonst sei das Ticket laut MVG „monatsscharf“, das heißt immer vom ersten bis zum letzten Tag des Monats gültig. Wird die Karte beispielsweise am 1. August gekauft, gilt diese bis zum 31. August. Sollte das Ticket erst am 15. August gekauft werden, gilt es auch nur bis zum 31. August.

Ab September gelten die gewohnten Tarife

Da das 9-Euro-Ticket als einmalige Maßnahme zur Entlastung der Bürger in Zeiten steigender Energiepreise geplant sei, gelten ab dem 1. September im ÖPNV wieder die gewohnten Preise. Zudem sei das Angebot nur mit der massiven finanziellen Unterstützung des Bundes umsetzbar. Laut Berit Schmitz, Geschäftsführerin der MVG, begrüße die Mainzer Mobilität das Angebot – auch im Hinblick auf die Mobilitätswende. „Aufgrund der Pandemie liegen die Fahrgastzahlen der ÖPNV in Mainz noch immer unter dem Niveau der Vor-Corona-Zeit“. So waren es 2019 noch etwa vier bis viereinhalb Millionen Fahrgäste, aktuell sind es etwa 20 bis 30 Prozent weniger. Nun rechne das Unternehmen mit einem Anstieg der Fahrgastzahlen in den kommenden drei Monaten und werde im Nachhinein Bilanz ziehen.

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