Wie ein Mainzer Verein Obdachlosen hilft

Bei den derzeit eisigen Temperaturen in Mainz ist es für Wohnungslose besonders heikel, nachts im Freien zu schlafen. Im schlimmsten Fall könnten sie erfrieren. Der Verein „Rheinhessen hilft“ kümmert sich nun mit seinem Kältebus um die Obdachlosen.

Wie ein Mainzer Verein Obdachlosen hilft

Kälteeinbruch in Mainz: Bei Minus-Graden im bis zu zweistelligen Bereich bleiben viele Mainzer momentan lieber Zuhause im Warmen. Doch für Menschen ohne Wohnung sind die aktuellen Temperaturen lebensbedrohlich. Hilfe in diesen schweren Zeiten bietet unter anderem der Verein „Rheinhessen hilft!“. So versorgt der Verein mit seinem Kältebus täglich obdachlose Menschen in Mainz, im Landkreis Mainz-Bingen sowie in Kastel und Kostheim mit warmem Essen, Heißgetränken, Isomatten, Schlafsäcken, Wintersachen und anderen wichtigen Dingen.

Wie der erste Vorsitzende des Vereins, Marcio Demel, gegenüber Merkurist sagt, fahre man mit dem Kältebus jetzt schon im zweiten Jahr Versorgungsstellen in der Region an. „Der Kältebus ist zu Sichtungsfahrten ab 20 Uhr unterwegs und arbeitet Aufträge von Polizei und Rettungsdienst ab, bei denen keine medizinische Indikation gegeben ist.“

Im übrigen sei das Kältebus-Team immer auch auf Bürgerhinweise angewiesen. „Das Projekt ist ein sehr wichtiger und ergänzender Beitrag, um obdachlose Menschen vor einem möglichen Kältetod zu schützen“, so Demel. Besonders gefährdet seien diejenigen, die trotz der extremen Wetterlage weiterhin in Zelten oder im Freien übernachten.

„Wichtig Obdachlosen zu helfen“

Das Kältebus-Team steht auch in Verbindung mit den stationären Einrichtungen vor Ort, um nachts eine Unterkunft vermitteln zu können. Auf Wunsch könne „Rheinhessen hilft!“ auch einen Transport zur Unterkunft organisieren, so Demel. Denn „Dauerfrost, Wind, heftiger Schneefall und aktuell fast zweistellige Minusgrade sind lebensbedrohlich für Menschen ohne festen Wohnsitz. Es ist deshalb sehr wichtig, diesen Menschen auf der Straße zu helfen.“

Dabei sei es aber auch hilfreich zu wissen, dass negative Erfahrungen, psychische Einschränkungen oder verschiedene Krankheiten und Abhängigkeiten der Obdachlosen dazu führen können, dass diese gut gemeinte Hilfe nicht immer annehmen können oder wollen, erklärt Demel abschließend.

So erreicht man die Kältebusse in Mainz und Umgebung

Der Kältebus von „Rheinhessen hilft!“ ist ab etwa 20 Uhr bis etwa 2/3 Uhr nachts unter der Nummer 0163/6867137 (auch per WhatsApp) zu erreichen. Oder per Mail: info@rheinhessen-hilft.de. Der Verein ist außerdem dringend auf Spenden angewiesen. Dazu wurde ein PayPal-Konto eingerichtet. Infos dazu gibt es hier.

Auch in anderen rheinland-pfälzischen Städten (sowie in Wiesbaden) gibt es Kältebusse beziehungsweise Unterkünfte für Notübernachtungen. Hier noch ein kurzer Überblick über die größten Städte und die dazugehörigen Telefonnummern:

  • Wiesbaden: 0611 / 806758 und 0611 / 701268

  • Bingen: 0172/6128282 oder 06721 / 45474

  • Trier: 0651-88130

  • Koblenz: 0261 / 16992

  • Kaiserslautern: 0631 / 316370

  • Worms: 06241 / 26559

  • Ludwigshafen: 0621/5200640

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