„Historischer Tag“: SV Gonsenheim kooperiert mit Eintracht Frankfurt

Europa League-Sieger trifft Mainzer Vorstadtverein: Der SV Gonsenheim hat am Mittwoch eine Partnerschaft mit Eintracht Frankfurt verkündet. Doch wie sieht die aus und warum kooperieren die Gonsenheimer nicht mit Mainz 05?

„Historischer Tag“: SV Gonsenheim kooperiert mit Eintracht Frankfurt

Sportlich trennen den Fünftligisten (Oberliga) SV Gonsenheim und den Champions League-Teilnehmer Eintracht Frankfurt Welten. Im Nachwuchsfußball gab es zwischen der Eintracht und dem SVG in den letzten Jahren aber einen regen Austausch: So wechselten talentierte Jugendspieler aus Gonsenheim nach Frankfurt, Spieler, denen man bei der Eintracht die Bundesliga nicht zutraute, dafür nach Gonsenheim. Am Mittwoch gaben beide Seiten bekannt, dass man nun offiziell im Nachwuchsfußball kooperieren will.

„Heute ist ein historischer Tag für unseren Verein.“ - Frank Specht, 1. Vorsitzender des SV Gonsenheim

Als erster Partnerverein aus Rheinland-Pfalz wollen die Gonsenheimer nun enger mit der SGE zusammenarbeiten. Auf einer Pressekonferenz in Mainz sagte Frank Specht, 1. Vorsitzender des SV Gonsenheim, am Mittwoch sichtlich stolz: „Heute ist ein historischer Tag für unseren Verein.“ Wie Sportvorstand Marvin Bylsma erklärte, hätten die Verhandlungen beider Vereine im Oktober 2022 begonnen, Anfang 2023 habe man sich dann auf eine Zusammenarbeit über eineinhalb Jahre geeinigt.

So läuft die Zusammenarbeit

Im Mittelpunkt der Partnerschaft stehe die Förderung des Nachwuchsfußballs im Rhein-Main-Gebiet. SVG-Jugendtrainer sollen vom Wissen der Eintracht-Nachwuchstrainer profitieren und Schulungen erhalten. Außerdem sollen Leistungsvergleiche zwischen Jugendmannschaften beider Vereine stattfinden, auch gemeinsame Talentsichtungen sind geplant. Ambitionierte Jugendspieler aus Gonsenheim könnten von nun an schneller in das professionelle Nachwuchsleistungszentrum der Eintracht gelangen, die wiederum könnte Jugendspieler, die nicht zum Zug kommen dann sozusagen bei den Gonsenheimern parken. Sollten sie sich wie gewünscht entwickeln, wäre eine Rückkehr zur Eintracht wohl leichter und unkomplizierter umsetzbar. Zudem sollen Gonsenheimer Jugendtrainer auch Erkenntnisse über talentierte Nachwuchsspieler gegnerischer Mannschaften an die Frankfurter weitergeben.

Bei Eintracht Frankfurt hat in den vergangenen Jahren ein Umdenken stattgefunden, was die Nachwuchsarbeit angeht. Schon seit Jahren gehören die Frankfurter zu den Bundesligavereinen, die nur wenige Spieler aus dem eigenen Nachwuchs in die Bundesligamannschaft integrieren. Das soll sich ändern. Notgedrungen anders sieht es beim SV Gonsenheim aus: Rund die Hälfte des Kaders bestehe aus Spielern, die zuvor im eigenen Nachwuchs spielten, erklärte Frank Sprecht am Mittwoch.

Warum nicht mit Mainz 05?

Dass man mit der Frankfurter Eintracht kooperiert, obwohl mit dem 1. FSV Mainz 05 ein Bundesligaclub mit starkem Fokus auf den Nachwuchs in direkter Nähe ist, überrascht durchaus. Doch Specht erklärt dazu: „Wir haben keinen Exklusivvertrag mit Eintracht Frankfurt und wären auch durchaus offen für eine Zusammenarbeit mit Mainz 05.“ Bisher habe sich die aber nicht ergeben, weil die 05er in letzter Zeit mit dem Gonsenheimer Ligakonkurrenten TSV Schott Mainz eine Zusammenarbeit vereinbart hatten.

Böses Blut zwischen dem SV Gonsenheim und Mainz 05 gebe es aber in keinem Fall: „Wir sind extrem stolz, ein Teil der Fußballstadt Mainz zu sein“, sagte Specht. „Dass wir überhaupt von der Fußballstadt Mainz sprechen, liegt in großem Maße an Mainz 05.“ Wie Sportvorstand Marvin Bylsma erklärte, sei eine Rivalität zwischen Mainz und Frankfurt während der Verhandlungen kein Thema gewesen.

Logo