Die Vergnügungssteuer auf Tanzveranstaltungen, auch „Tanzsteuer“ genannt, wird in Mainz auch im Jahr 2026 nicht erhoben. Das teilen Oberbürgermeister Nino Haase und Bürgermeister Daniel Köbler laut der Stadtverwaltung mit. Die Entscheidung sei auf Anfrage von Gastronomen gefallen.
Oberbürgermeister Nino Haase begründet den Schritt mit der gezielten Entlastung und Förderung der Mainzer Nachtkultur und Musikszene. „Eine gesonderte ‘Vergnügungssteuer auf Tanzveranstaltungen’ klingt nicht nur aus der Zeit gefallen, sondern wäre eine ernsthafte Existenzbedrohung für Teile der Mainzer Gastronomie und Veranstaltungsszene und würde somit das Kulturangebot der Stadt ärmer machen“, so Haase. Eine solche Steuer passe nicht zum „Mainzgefühl“ einer lebendigen Stadt, die gerne feiere und tanze.
Fokus auf Glücksspiel statt Tanzen
Laut Bürgermeister und Finanzdezernent Daniel Köbler ist die Entscheidung politisch gewollt. Man wolle nicht mehr das Tanzen, sondern verstärkt das Glücksspiel besteuern. „Die Tanzveranstaltungen haben in der Vergangenheit nur einen Bruchteil der gesamten Vergnügungssteuererträge der Stadt ausgemacht, und zugleich war der Erhebungsaufwand erheblich“, erklärt Köbler.
Bereits seit 2023 wird in Mainz keine Steuer mehr auf Tanzveranstaltungen erhoben. Stattdessen wurde die Vergnügungssteuer auf Spielautomaten zum 1. Januar 2025 und zum 1. Januar 2026 schrittweise erhöht. Für das Jahr 2026 rechnet die Stadt Mainz mit Einnahmen von 6,2 Millionen Euro aus der Vergnügungssteuer.