Diese Großprojekte werden immer mit Jens Beutel verbunden bleiben

Er wird als einer der prägendsten Politiker der Stadt Mainz in Erinnerung bleiben – Jens Beutel. Mit Charisma und Geschick brachte er wichtige und wegweisende Projekte in Mainz auf den Weg. Nun ist Jens Beutel gestorben.

Diese Großprojekte werden immer mit Jens Beutel verbunden bleiben

Der ehemalige Mainzer Oberbürgermeister Jens Beutel ist tot. Der SPD-Politiker verstarb in der Nacht zu Donnerstag im Alter von 72 Jahren. Mit Beutel verliert die Stadt Mainz einen ihrer prägendsten Persönlichkeiten.

Gebürtiger Westfale

Ursprünglich war der 1946 in Westfalen geborene Beutel für sein Jura-Studium nach Mainz gekommen. Nachdem er hier sein zweites Staatsexamen abgeschlossen hatte, arbeitete er von 1976 bis 1997 als Richter an den Landgerichten Frankenthal, Koblenz und Mainz. Ab 1989 war er Mitglied des Mainzer Stadtrates, ab 1995 als Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion. Bis er schließlich als erster Mainzer Oberbürgermeister direkt von der Bevölkerung gewählt wurde.

Beutel setzte sich in einer Stichwahl gegen seinen CDU-Gegenkandidaten Norbert Schüler durch. Die Amtseinführung erfolgte am 3. Mai 1997 in der Mainzer Rheingoldhalle. Im November 2004 wurde er im ersten Wahlgang für weitere acht Jahre gewählt.

Wichtige Projekte angestoßen

Beutels Spuren sind noch heute überall in der Stadt zu sehen. Der Umbau des Mainzer Hauptbahnhofes und des Bahnhofs Römisches Theater sowie der Bau der Coface Arena und des Hechtsheimer Messegeländes gehörten zu seinen Schwerpunktthemen. Außerdem arbeitete er am Abbau der hohen Verschuldung der Stadt. 2001 war Beutel einer der Gründer der Zukunftsinitiative Rhein-Main (ZRM) gegen den Ausbau des Frankfurter Flughafens und den damit verbundenen Anstieg des Fluglärms.

Zu Beutels 65. Geburtstag am 12. Juli 2011 würdigte der damals noch rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck Beutels bis dato 14-jährige Arbeit mit den Worten: „Gerade die Glanzpunkte sollte man aber im Blick behalten und die können sich sehen lassen: Der Zollhafen in Mainz ist auf gutem Weg, die Einweihung der Synagoge hat sogar den Bundespräsidenten bewegt und auch das neue Stadion von Mainz 05 lässt keine Wünsche offen.“

Vorzeitiger Rücktritt

Doch zum Ende seiner Amtszeit kam Beutel immer mehr in Verruf. Die Staatsanwaltschaft ermittelte 2009 gegen ihn, weil er im Verdacht stand, Gelder der städtischen Wohnbau Mainz GmbH veruntreut zu haben. Die Ermittlungen zur sogenannten Wohnbau-Affäre wurden schließlich eingestellt. Dafür wurde 2010 gegen Beutel ein Strafbefehl wegen einer „Capri-Reise“ erlassen, zu der er sich ohne dienstlichen Anlass als Aufsichtsratsmitglied hatte einladen lassen.

Drei unbezahlte Gläser Wein, die der damalige Oberbürgermeister dann bei einer Ruanda-Reise an der Hotelbar getrunkenen hatte, brachten das Fass schließlich zum Überlaufen. Beutel reagierte: Ihm sei „durchaus bewusst, dass ich in diesen Tagen Kritik an meinem Verhalten geradezu herausgefordert habe.“ Deshalb verkündete er im Oktober 2011 seinen vorzeitigen Rücktritt zum Jahresende – eigentlich hätte seine Amtszeit erst 2013 geendet.

Reaktionen auf Beutels Tod

Sein Nachfolger Michael Ebling würdigte Jens Beutel am Donnerstagnachmittag: „Die Nachricht vom viel zu frühen Tod Jens Beutels hat mich tief berührt. Jens Beutel hat fast 15 Jahre lang die Geschicke unserer Stadt bestimmt und in vielen Bereichen wegweisende Weichen für die Stadt gestellt, wovon die Menschen bis heute profitieren.“ Was Mainz heute sei, das verdanke es auch zu einem guten Teil seiner Arbeit und seinem Einsatz. Sein Lebenswerk verdiene höchste Anerkennung. „Wir danken ihm für seine bleibenden Verdienste um unsere Stadt und ihre Bürger und blicken mit großem Respekt auf seine Lebensleistung“, so Ebling.

Mit Betroffenheit und Trauer hat auch Ministerpräsidentin Malu Dreyer auf den Tod des ehemaligen Mainzer Oberbürgermeisters Jens Beutel reagiert. „Ich bin sehr erschüttert und denke in diesen schweren Stunden besonders an seine Frau Gudrun, seine Kinder und Enkel. Sein Wirken in der Kommunalpolitik und seine Verdienste um unsere Landeshauptstadt sind unvergessen“, so Dreyer. Mainz habe sich in seiner Amtszeit sehr erfolgreich entwickelt, ohne dass die Stadt ihren Charme und ihr besonderes Lebensgefühl verloren habe. „Wir werden dem ehemaligen Oberbürgermeister der Landeshauptstadt ein ehrendes Andenken bewahren“, so Dreyer. (rk)

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