Windräder: Wie ein neues System vor Lichtverschmutzung schützen soll

Durch ein neues Beleuchtungssystem sollen Windräder in Rheinland-Pfalz nun deutlich schonender für Menschen und Tiere werden. Am Donnerstagabend wurde erstmals ein Windpark mit der bedarfsgerechten Nachtkennzeichnung in Betrieb genommen.

Windräder: Wie ein neues System vor Lichtverschmutzung schützen soll

In Rheinland-Pfalz ist am Donnerstagabend erstmals ein bedarfsgerechtes System für Nachtbeleuchtung an Windrädern in Betrieb genommen worden. Das neue System führt dazu, dass die roten Blinklichter nur dann leuchten, wenn sich tatsächlich ein Flugzeug nähert. Ansonsten bleibt es dunkel.

Zum ersten Mal überhaupt im Land und als eines der ersten Projekte bundesweit erhielt das System eine Zulassung der Luftfahrtbehörde Rheinland-Pfalz. Die „bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung“ basiert auf einem Flugradar und soll Menschen und Tiere vor sogenannter Lichtverschmutzung schützen.

Installiert wurde das neuartige System im kommunalen Windpark „Am Ranzenkopf“ und im Windpark der Morbacher Energielandschaft im Hunsrück. Bei einem Vorort-Termin in Morbach waren am Donnerstagabend Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sowie Klimaschutzministerin Anne Spiegel (Grüne) anwesend. „Von dieser technischen Neuerung im Sinne vieler Bürgerinnen und Bürger geht ein Signal ins ganze Land aus“, sagte die Ministerpräsidentin.

Rheinland-Pfalz habe sich ehrgeizige Ziele bei der Umstellung auf erneuerbare Energien gesetzt. „Wirkungsvoller Klimaschutz kann nur gelingen, wenn er von möglichst vielen Bürgern und Bürgerinnen getragen wird. Dazu gehört auch, neue Wege zu gehen, um die Akzeptanz für erneuerbare Energien in der Bevölkerung zu steigern“, so Dreyer weiter. Das neue Lichtsystem entlaste die Menschen, die sich durch das nächtliche Dauerblinken gestört fühlen, sowie Tiere. „Eine nachhaltige Energieversorgung muss immer auch möglichst umweltverträglich sein“, sagte Dreyer weiter. Klimaschutzministerin Spiegel bezeichnete das neue System zudem als „echten Fortschritt“.

Die Technik, dass die Lichter an Windrädern durch Transponder aus den vorbeifliegenden Flugzeugen ausgelöst werden und sich danach wieder abschalten, gäbe es schon lange, so Spiegel. „Sie durfte nur nicht verwendet werden.“ Dies habe die Bundesregierung nun auch durch Unterstützung aus Rheinland-Pfalz geändert.

Hintergrund

Die bedarfsgerechte Nachtkennzeichnung ist Teil des Repowering-Projekts des Mainzer Projektentwicklers „wiwi consult“. Um diese Technik in der Morbacher Energielandschaft umzusetzen, hatte „wiwi consult“ die Firma Lanthan „Safe Sky“ als Partner ausgewählt, die ihr System in den sieben Windenergieanlagen des Typs Enercon E-141 eingebaut haben.

Könnte das System der bedarfsgerechen Nachtkennzeichnung auch an Windrädern in Mainz und Rheinhessen zum Einsatz kommen? Dazu erfahrt ihr in der nächsten Woche mehr auf merkurist.de.

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