Nach 15 Jahren: „Bodega“-Chefin hört auf

Insgesamt 37 Jahre war sie fester Bestandteil der Mainzer Gastroszene, seit 15 Jahren leitet sie das „Bodega“ in der Holzstraße. Nun will Betty, 66, als Chefin aufhören und sucht einen Nachfolger.

Nach 15 Jahren: „Bodega“-Chefin hört auf

Wer im „Bodega Valencia“ in der Holzstraße Tapas, Paella und spanische Weine erwartet, wird erst einmal enttäuscht. Stattdessen wartet auf die Gäste etwas anderes: „Das Bodega ist für sie ein zweites Wohnzimmer“, sagt Betty, die seit 15 Jahren Inhaberin des „Bodega“ ist. 99 Prozent der Gäste seien Stammkunden, sie trinken Bier, spielen Skat oder schauen Bundesliga. „Wir sind zwar kein Restaurant, aber die Leute essen hier auch sehr gerne“, sagt Betty, zum Beispiel Eintopf, Schnitzel oder Handkäs mit Musik. Doch warum der spanische Name?

„Der stammt von meinem Vorgänger. Als er 1980 das Lokal eröffnete, sollten die Nachbarn nicht merken, dass es eine Kneipe wird.“ Ein Tapasrestaurant klang nämlich ruhiger. Also benannte er die Kneipe nach der spanischen Partnerstadt - der ehemalige Oberbürgermeister Jockel Fuchs, enger Freund des Vorbesitzers, soll seinen Segen gegeben haben. 2002 übernahm Betty die Hinterhofkneipe, nachdem sie zuvor 22 Jahre im Weinhaus Bachus gearbeitet hatte. Jetzt ist sie 66 Jahre alt - und will aufhören. „Ich bin schon auf der Suche nach einem Nachfolger.“

„Die Kneipe ist mein Leben“

Wenn es nach Betty geht, soll sich dann im Lokal möglichst wenig ändern. „Die Kneipe ist in Mainz einfach einzigartig“, so die Chefin, „wenn Veränderungen kommen, dann möglichst stufenweise.“ Manche Stammkunden seien mit dem „Bodega“ alt geworden, 70 oder 80, andere kommen von den benachbarten Gymnasien. „Die Kinder“ nennt Betty die 16- bis 18-Jährigen, die ins Bodega ihre eigenen Chips und Süßigkeiten mitbringen dürfen. „Wo gibt es das noch?“

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Ende des Jahres soll dann Schluss sein für Betty - aber nicht so ganz. „Wenn es einen neuen Chef gibt, würde ich gerne noch ein paar Jahre als Angestellte weiterarbeiten“, sagt sie. „Die Kneipe ist mein Leben.“ Und auch für die Gäste sei es von Vorteil, wenn sie das bekannte Gesicht weiterhin sehen würden. Wer der Nachfolger wird, steht noch nicht fest, nur so viel: „Ich möchte gerne mit übernommen werden.“

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