Die neue Verkehrsführung an der Großen Bleiche mit der Sperrung für den Durchgangsverkehr sorgt seit Wochen für Diskussionen. Während sich die Situation für Radfahrer eigentlich verbessern soll, sorgen ausgerechnet neue Radfahr-Protektoren für weitere Kritik.
An der betreffenden Stelle am Ausgang der Großen Bleiche Richtung Rhein gehen normale Seitenstreifen in die sogenannten Bike-Lane-Protektoren über. Diese grenzen den Radfahrstreifen ab, der entgegen der allgemeinen Fahrtrichtung führt. Sie sind deutlich erhöht und sollen verhindern, dass Autos auf den Radfahrstreifen fahren.
Vor einigen Wochen sorgten aber ausgerechnet die neuen Protektoren für einen Unfall, wie ein Leser gegenüber Merkurist berichtet. „In der anbrechenden Dunkelheit waren sie kaum von den normalen Streifen zu unterscheiden“, so der Leser gegenüber Merkurist. Die Folge: Der Radfahrer touchierte die erhöhten Protektoren, stürzte und zog sich leichte Verletzungen zu. Absplitterungen an den Protektoren legen nahe, dass es sich nicht um den einzigen Unfall der letzten Wochen handeln könnte.
Machen die Protektoren, die Radfahrer eigentlich schützen sollen, die Stelle sogar gefährlicher?
Stadt reagiert auf Sicherheitsbedenken
Auf Anfrage teilt die Pressestelle der Stadt Mainz mit, dass man bereits auf die Sicherheitsbedenken reagiert habe. Seit der Installation lägen Hinweise vor, dass es zu „Konfliktsituationen mit den Protektoren“ kommt. Solche Elemente müssten für Radfahrer gut und frühzeitig erkennbar sein. Die Stadt beobachte die Situation daher.
„Wenn sich dabei zeigt, dass einzelne Elemente oder deren konkrete Ausgestaltung zu Missverständnissen oder Konflikten führen, muss entsprechend nachgesteuert werden“, so ein Sprecher der Stadt gegenüber Merkurist.
Neue Abweiser-Elemente
Die Hinweise zur Erkennbarkeit, insbesondere bei Dunkelheit, nehme man ernst. Aus diesem Grund seien mittlerweile sogenannte Abweiser-Elemente auf den Protektoren ergänzt worden, um die Wahrnehmbarkeit zu verbessern. „Ziel der Anpassung ist es, die Schutzfunktion für den Radverkehr beizubehalten – und gleichzeitig die Wahrnehmbarkeit und Erkennbarkeit der Elemente weiter zu verbessern.“
Die Stadt Mainz werde die Situation auch nach der Anpassung weiter beobachten und bei Bedarf nachsteuern.