Was nun mit dem „Telekom-Haus“ am Münsterplatz passiert

Nach mehr als zwanzig Jahren schließt die Telekom-Filiale am Münsterplatz. Wir haben mit dem neuen Inhaber gesprochen, was nun mit dem Gebäude geplant ist.

Was nun mit dem „Telekom-Haus“ am Münsterplatz passiert

Seit mehr als zwanzig Jahren befindet sich im denkmalgeschützten Gebäude gegenüber dem Münsterplatz der Shop der Deutschen Telekom. Nun wird die Filiale wohl spätestens Anfang des Jahres schließen, denn das fünfstöckige Haus wurde verkauft (wir berichteten). Was plant der neue Inhaber, der Freiburger Bauträger Unmüssig, nun mit dem Gebäude?

„Chance für Restaurant mit Außengastronomie?“, fragt etwa Merkurist-Leser Manuel. „Es herrscht doch Wohnungsnot. Da könnte man ein schönes Hochhaus hinstellen, in der unmittelbaren Nachbarschaft stehen ja schon welche“, schlägt eine andere Leserin vor.

Hotel, Gastro oder Büros?

Thomas Hohwieler ist bei Unmüssig verantwortlicher Projektentwickler für das Gebäude. Zunächst einmal stellt er klar, dass nicht der komplette Komplex, sondern nur der denkmalgeschützte Teil gekauft wurde. „Das Technikgebäude wird weiterhin von der Telekom genutzt.“ Nun beginnt das Projektteam zu überlegen, wie das Haus künftig genutzt werden soll. „Das Ergebnis ist noch offen, wir prüfen zunächst einmal, was sich am besten eignet, für was es eine entsprechende Nachfrage gibt“, so Hohwieler. Was bereits feststehe: Das Haus werde gewerblich genutzt werden. „Eventuell ein Hotel oder eine Gastronomie, vielleicht Läden oder Büros oder wieder Telekommunikation.“

Auf die Entscheidung wolle sich das Unternehmen gut vorbereiten, das könne noch ein halbes bis ein ganzes Jahr dauern. „Wir werden auch einiges verändern müssen, alles natürlich abgestimmt mit dem Denkmalschutz“, so Hohwieler.

Reichsadler bleibt erhalten

Der Reichsadler, der hoch unter dem Dach des Gebäudes thront, soll auf jeden Fall erhalten bleiben. Ein Relikt aus der Nazi-Zeit ist die Steinfigur übrigens nicht, denn gebaut wurde das Haus schon früher, zwischen 1928 und 1930. Es war damals der Sitz des Mainzer Telegrafenamts. Zu dem Gebäudekomplex gehört auch das Finanzamt in der Schillerstraße 13.

Das Telegrafenamt war eine Reichseinrichtung. Es war damals nichts besonderes, Reichsadler an solchen Gebäude anzubringen. Darunter war ursprünglich, auf Würfelquader gesetzt, die Inschrift „Telegraphenamt“ zu lesen. Von den Nazis wurde der Adler dann für Propagandazwecke missbraucht. Da das Haus denkmalgeschützt ist, prangt der Adler bis heute dort. Untergebracht war hier damals übrigens auch eine Gastronomie: das bekannte „Café Münstertor“.

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