Mittelstreifen statt Radweg in der Großen Langgasse – warum?

Seit einigen Wochen gilt auf der Großen Langgasse wieder freie Fahrt. Doch der neue Mittelstreifen sorgt bei manchen für Verwunderung. Merkurist hat die Stadt gefragt, was es damit auf sich hat.

Mittelstreifen statt Radweg in der Großen Langgasse – warum?

Seit dem 6. Dezember ist die Große Langgasse nach rund zwei Jahren Sanierungsarbeiten wieder frei. Zwei neue Plätze wurden geschaffen, der Straßenbelag erneuert. Und es gibt nun einen Mittelstreifen aus Pflastersteinen. Darüber wundert sich ein Merkurist-Leser und fragt in seinem Snip: „Warum gibt es keine echte Fahrradspur anstelle des Mittelstreifens in der Großen Langgasse?“

Der Mittelstreifen hat eine wichtige Funktion, wie Ralf Peterhanwahr, Pressesprecher der Stadt Mainz, erklärt. „Der Mittelstreifen ist als durchgehende Querungshilfe für Fußgänger gedacht. Vor dem Umbau hatte die Große Langgasse eine starke Barrierewirkung. Durch den fußgängerfreundlichen Umbau werden nun die Fußgängerzonen rund um die Römerpassage und den Schillerplatz besser miteinander verbunden.“ Außerdem dürfte er für Überholvorgänge genutzt werden – sofern sich keine Fußgänger dort befinden.

Zwei Argumente gegen Radspur

Der Streifen mitten auf der Fahrbahn sei 1,50 Meter breit – und somit zu schmal für einen Radweg. „Im Gegensatz zu früheren Regelungen müssen baulich getrennte Radwege heutzutage mindestens zwei Meter plus 50 Zentimeter Sicherheitsabstand breit sein. Auf beiden Seiten zusammen wären dies fünf Meter insgesamt – diese Breite ist in der Großen Langgasse nicht durchgehend vorhanden“, sagt der Stadtsprecher.

Gegen einen separaten Radweg sprächen zudem zwei weitere Argumente. In der Großen Langgasse gibt es ein Tempolimit von 30 beziehungsweise 20 Stundenkilometern. „Der Radverkehr kann so sicher auf der Fahrbahn mitgeführt werden.“ Zweitens passierten mit Abstand die meisten Unfälle zwischen Radfahrern und Kraftfahrzeugen, wenn Autos rechts abbiegen und die Fahrradfahrer dabei übersehen, so Peterhanwahr. „Daher ist es nach neuester Unfallforschung meist sicherer, wenn Radfahrer sich im Sichtfeld der Autofahrer bewegen.“ (rk)

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