Gibt es zu wenig Fahrradstellplätze am Münsterplatz?

Breite Gehwege, ein futuristisches Toilettenhäuschen und jede Menge Platz: So sieht es seit der Umgestaltung in der Bahnhofstraße und am Münsterplatz aus. Doch gibt es auch genügend sichere Stellplätze für Fahrräder?

Gibt es zu wenig Fahrradstellplätze am Münsterplatz?

Als Radfahrer kann man schon das Gefühl bekommen, bei der Neugestaltung von Bahnhofstraße und Münsterplatz übergangen worden zu sein. Zwar gibt es reichlich Platz und freie Flächen, aber keinen gekennzeichneten Radweg und nur sehr wenige sichere Fahrradständer. Das Bild der Bahnhofstraße wird daher von an Bäumen, Schildern und Hauswänden angeschlossenen Fahrrädern geprägt.

Laut Pressesprecher Ralf Peterhanwahr ist das von der Stadt genau so vorgesehen. Generell dürften Räder „überall dort abgestellt und angeschlossen werden, wo sie niemanden behindern und keine Gefährdung darstellen.“ Wichtig sei nur, Fluchtwege freizuhalten und die Barrierefreiheit sicherzustellen, erklärt Peterhanwahr auf Anfrage. Im Falle der Bahnhofstraße habe man dafür die Bäume gezielt mit Metallbügeln ausgestattet, „die zum einen die Bäume schützen und zum anderen die Möglichkeit bieten, Fahrräder sicher anzuschließen.“ Weitere Stellplätze befänden sich gegenüber der Sparkasse in der Hinteren Bleiche.

„Hier hätte man mehr machen können, da wurde auf jeden Fall eine Chance verpasst.“ - Radfahrer Philipp

Tatsächlich finden sich dort sechs Ständer, von denen einer bereits durch Motorroller und scheinbar herrenlose „Fahrradleichen“ blockiert ist. Insgesamt zu wenig, wie Radfahrer Philipp sagt, der gerade sein Rennrad an einen der Bügel anschließt. „Gerade teure Räder will man nicht einfach so abstellen, dazu werden viel zu viele Fahrräder geklaut“, begründet er seine Einschätzung. Den Bedarf erkenne man an den Ansammlungen um Verkehrsschilder und vor Geschäften. „Hier hätte man mehr machen können, da wurde auf jeden Fall eine Chance verpasst“, so sein Fazit.

Viele stellen ihre Räder daher direkt an den Hauswänden ab. „Mir hat es jetzt nichts ausgemacht – es war ja genug Platz da“, sagt eine Studentin vor der Hauptpost. Dennoch räumt sie ein, schon andere Tage erlebt zu haben. Manchmal sei es so voll, dass sie kaum einen Platz für ihr Rad finde. Der Stadt ist das Problem aber bewusst. Wie Pressesprecher Peterhanwahr mitteilt, werden derzeit zusätzliche Standorte für weitere Radbügel geprüft.

Verbesserungen geplant

Auch an anderen Stellen sollen die Angebote für Radfahrer verbessert werden. Mit dem geplanten Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof West will die Stadt bis 2019/2020 rund 1100 sichere Stellplätze schaffen. Der offene, beleuchtete Neubau soll zudem das Areal unter der Unterführung optisch aufwerten. Aktuell bietet der Stellplatz am Hauptbahnhof West Platz für etwa 500 Fahrräder. Darüber hinaus sind im Stadtgebiet weitere 100 Radbügel geplant.

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