24 Mitarbeiter einer amerikanischen Hilfsorganisation mussten nach einem Einsatz im Kongo wochenlang in einem Mainzer Hotel ausharren. Wie der SWR berichtet, war der Grund ein Einreiseverbot der US-Regierung wegen der dort im Mai ausgebrochenen Ebola-Epidemie.
Die Gruppe war nach ihrem Hilfseinsatz Mitte Juli über Kenia nach Deutschland gereist und zunächst am Frankfurter Flughafen gestrandet. Die US-Regierung hatte die direkte Einreise aus dem Kongo verboten und verlangt von allen Einreisenden, auch von eigenen Staatsbürgern, einen 21-tägigen Aufenthalt in einem Drittland. Die Hilfsorganisation entschied sich daraufhin, ihre Mitarbeiter vom 17. Juli bis zum 2. August in einem Hotel in Mainz unterzubringen. „Warum sie Mainz gewählt haben, wissen wir nicht“, so Bardo Faust, Pressesprecher des Kreises Mainz-Bingen gegenüber dem SWR. Die Nähe zum Flughafen sei aber wahrscheinlich der Grund gewesen.
Gesundheitsamt in „Habachtstellung“
Die Hilfsorganisation informierte das zuständige Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, welches daraufhin weitere Behörden wie die Stadt Mainz und das Robert-Koch-Institut (RKI) verständigte. Die Helfer mussten strenge Auflagen befolgen: „Die Rückkehrer mussten zweimal täglich Fieber messen und ständig mit uns Kontakt halten“, erklärt Faust. Eine Quarantänepflicht gab es in Deutschland jedoch nicht, weshalb sich die Gruppe in Mainz frei bewegen konnte. Dennoch sei man im Gesundheitsamt angespannt und in „Habachtstellung“ gewesen, so Faust.
RKI hält US-Maßnahmen für überzogen
Experten schätzten die Gefahr für die Bevölkerung als gering ein. Das Ebola-Virus übertrage sich nur durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten. Das Robert-Koch-Institut bewertete das amerikanische Einreiseverbot als übertrieben. „Die USA und die Kanadier handeln hier völlig überzogen“, sagte RKI-Sprecherin Susanne Glasmacher. „Kein anderes Land auf der Welt macht das.“
Am 2. August konnten die 24 Amerikaner ihre Rückreise in die USA antreten. Laut Bardo Faust blieben alle während ihres Aufenthalts ohne Krankheitssymptome. Im Gesundheitsamt sei man erleichtert gewesen. „Wir haben alle aufgeatmet, als sie wieder weg waren“, so der Sprecher. „Wir waren sehr erleichtert.“