Erste Blitz-Umfrage zur OB-Wahl: Merkurist-Leser haben klaren Favoriten

Nach dem überraschenden Wechsel von Oberbürgermeister Michael Ebling ins Innenministerium sollen im Januar Neuwahlen stattfinden. Doch wen wünschen sich die Merkurist-Leser als neuen OB? Wir haben nachgefragt.

Erste Blitz-Umfrage zur OB-Wahl: Merkurist-Leser haben klaren Favoriten

Noch hat keine Mainzer Partei öffentlich verkündet, wen sie als möglichen Nachfolger von Michael Ebling (SPD) bei der Oberbürgermeister-Wahl im Januar aufstellen möchte. Erste Namen werden aber bereits gehandelt. Andere, wie Baudezernentin Marianne Grosse (SPD), haben schon abgelehnt.

Merkurist hat aus möglichen Kandidatinnen und Kandidaten eine Liste erstellt und die Leser gefragt: „Wen würdest du wählen, wenn heute Oberbürgermeister-Wahl wäre?“ Bei der Auswahl orientierten wir uns an früheren Wahlen wie der OB-Wahl 2019 und den Landtags- und Bundestagswahlen 2021 und ergänzten weitere prominente Namen aus den Parteien. So standen bei der Umfrage mehrere Kandidaten pro Partei zur Wahl. Das ist das Ergebnis* in umgekehrter Reihenfolge:

Platz 14 bis 10

Eher chancenlos wären laut Umfrageergebnis Umweltdezernentin Janina Steinkrüger (Grüne), Friedrich Sartorius und David Dietz von der FDP, die SPD-Co-Vorsitzende Mareike von Jungenfeld (SPD) und Martin Malcherek (Linke). Sie erhalten jeweils ein Prozent der abgegebenen Stimmen.

Platz 9

Etwas besser schneidet Tabea Rößner (Grüne) mit 3 Prozent ab. Die Bundestagsabgeordnete war bereits bei der Oberbürgermeisterwahl 2019 Kandidatin der Grünen und erhielt damals mit 22,5 Prozent die drittmeisten Stimmen.

Platz 8

Ein Name, der bisher nicht gehandelt wird, aber in Mainz ebenfalls sehr bekannt ist, ist der des früheren Landtagsabgeordneten und Mainzer SPD-Vorsitzenden Johannes Klomann. Dass er Wahlen gewinnen kann, zeigte er unter anderem bei der Landtagswahl 2016, als er 40,3 Prozent der Erststimmen holte. Bei unserer Umfrage erreicht er 4 Prozent.

Platz 7

5 Prozent gehen an Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU). Sie ist die einzige CDU-Politikerin, die in den vergangenen Jahren ein Amt im Mainzer Stadtvorstand innehatte.

Platz 6

Ebenfalls 5 Prozent, aber mehr Stimmen, erhält Katrin Eder (Grüne). Die frühere Umweltdezernentin wechselte nach der Landtagswahl 2021 in die Landespolitik, ist seit Dezember Ministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität. Mit Platz 6 hat sie in unserer Umfrage das beste Ergebnis aller weiblichen Kandidaten.

Platz 5

Ein nicht unwahrscheinlicher Kandidat wäre der Mainzer CDU-Chef Thomas Gerster. Mit 8 Prozent ist er zumindest in unserer Umfrage vorne mit dabei. Ärger gab es zuletzt um einen verunglückten Tweet des Politikers. Die endgültige Entscheidung darüber, wer für die CDU ins Rennen um den Posten des Oberbürgermeisters geht, fällt wohl am 4. November.

Platz 4

10 Prozent erreicht der SPD-Co-Vorsitzende Christian Kanka. Viele sehen in dem Mombacher Ortsvorsteher den Top-Kandidaten der SPD. „Eine Deadline, bis wann wir einen Kandidaten oder eine Kandidatin präsentieren, gibt es nicht“, sagte Kanka gegenüber Merkurist. Klar sei aber, dass die Lösung „zeitnah“ gefunden werden muss. Ob Kanka selbst die Lösung ist?

Platz 3

Der Mainzer Direktkandidat für die Bundestagswahl 2021 trat Anfang 2022 sogar bei der Wahl zum Bundespräsidenten an: Der Obdachlosenarzt Gerhard Trabert (parteilos) ist nicht nur in Mainz sehr bekannt. In unserer Umfrage erhält er mit 11 Prozent die drittmeisten Stimmen. Trabert will allerdings im ganzen Land erreichen, dass mehr für Obdachlose und andere Benachteiligte getan wird. Außerdem wäre der Mediziner mit 66 Jahren zu alt für eine Kandidatur in Mainz.

Platz 2

Zugegeben: Dass Fastnachtsstar Thomas Neger (CDU) bei der Oberbürgermeister-Wahl antreten wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. Sein Name wurde bisher auch nicht öffentlich gehandelt. Doch mit 13 Prozent erreicht er in unserer Umfrage die zweitmeisten Stimmen. Was für Neger spricht: Kaum jemand ist in Mainz so beliebt wie der Sänger. Außerdem hat er als langjähriges Stadtratsmitglied für die CDU politische Erfahrung. Schon bei der OB-Wahl 2019 überraschte die CDU, als sie auf den parteilosen Nino Haase setzte. Thomas Neger könnte die nächste Überraschung der Partei werden. Was allerdings dagegen spricht: Neger schied 2021 aus dem Stadtrat aus, um mehr Zeit für seine Firma und Familie zu haben. Als Oberbürgermeister hätte er deutlich weniger Zeit.

Platz 1

Er schlug den Raab, den Ebling aber nicht ganz: 2019 unterlag Nino Haase (parteilos) in der Stichwahl dem Amtsinhaber. Dass der Neueinsteiger aber überhaupt Zweiter wurde und dabei unter anderem Tabea Rößner von den Grünen hinter sich ließ, war für viele eine Überraschung. Wird Haase 2023 erneut antreten? Zumindest laut Merkurist-Umfrage hätte er gute Chancen, dieses Mal gewählt zu werden. Wenn heute Oberbürgermeister-Wahl wäre, würden 24 Prozent unserer Leser für Haase stimmen. Ein deutlicher Vorsprung vor der möglichen Konkurrenz.

*Die Umfrage ist nicht repräsentativ. Sie zeigt ein erstes Meinungsbild unter den Merkurist-Lesern. 9 Prozent der Befragten würden sich für „einen anderen Kandidaten“ entscheiden. Insgesamt haben 400 Personen mitgevotet. Die Umfrage wird Usern nach dem Zufallsprinzip angezeigt.

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