Könnte eine reaktivierte Aartalbahn bis nach Mainz fahren?

Die Aartalbahn reaktivieren und sie dann bis nach Mainz weiterführen - das ist der Vorschlag von Staatssekretär Andy Becht. Wie es nun weitergehen könnte.

Könnte eine reaktivierte Aartalbahn bis nach Mainz fahren?

Nach dem Aus für die Citybahn, das mit dem Bürgerentscheid am 1. November besiegelt wurde (wir berichteten) werden immer mehr Stimmen laut, die eine Reaktivierung der Aartalbahn vorschlagen. Unter anderem äußerte sich Andy Becht (FDP), Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, dazu. Er fordert: Die derzeit laufende Machbarkeitsstudie muss angepasst oder überarbeitet werden.

„Rheinland-Pfalz hält eine schienengebundene Verbindung aus dem Aartal nach Mainz und Wiesbaden weiterhin für sinnvoll“, sagt er. „Wir wollen daher kurzfristig das Land Hessen und die beteiligten Kollegen bei den Aufgabenträgern anschreiben, um die Konzeption anzupassen und die Machbarkeitsstudie entsprechend zu ergänzen.“ Rheinland-Pfalz befürworte eine umsteigefreie Verbindung aus dem Aartal nach Mainz und Wiesbaden als wichtigen Baustein bei der Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebotes. Auch moderne und umweltfreundliche Antriebsformen könnten dabei zum Einsatz kommen.

1983 war die Strecke der Aartalbahn von Diez über Bad Schwalbach und Taunusstein nach Wiesbaden stillgelegt worden. Realistische Chancen für eine erneute Inbetriebnahme hätte die Bahn durch die Citybahn gehabt. Diese sah vor, die Züge der Straßenbahn von der Hochschule entweder durch Wiesbaden-Dotzheim oder Klarenthal mit der Strecke der alten Bahn zu verbinden, sodass die Züge bis nach Bad Schwalbach hätten fahren können.

„Die Region benötigt eine attraktive, umweltfreundliche und vor allem moderne Schienenverbindung in das Rhein-Main-Gebiet.“ - Sandro Zehner, Bürgermeister von Taunusstein (CDU)

Obwohl diese Pläne mit dem „Nein“ zur Citybahn vom Tisch sind, wollen Politiker dennoch die Reaktivierung der Bahn vorantreiben. In einer gemeinsamen Erklärung haben sich jetzt der Rheingau-Taunus-Kreis sowie die betroffenen Gemeinden Bad Schwalbach und Taunusstein für den Neubau der Bahn stark gemacht: „Die Region benötigt eine attraktive, umweltfreundliche und vor allem moderne Schienenverbindung in das Rhein-Main-Gebiet“, betonte Taunussteins Bürgermeister Sandro Zehner (CDU).

Wie sieht der Plan aus?

Der Plan des Rheingau-Taunus-Kreises sieht vor, die komplette Strecke beginnend in Limburg und Diez bis zum Wiesbadener Hauptbahnhof wieder zu befahren. Der Oberbürgermeister von Wiesbaden, Gert-Uwe Mende (SPD), sei über die ersten Ideen des Kreises und der Städte informiert, so Landrat Frank Kilian (parteilos). Unterstützung für die Pläne kamen auch aus dem rheinland-pfälzischen Verkehrsministerium, denn über 20 Kilometer der Aartalbahn gehen durch den dortigen Rhein-Lahn-Kreis und könnten nach Mainz verlängert werden.

Landrat Kilian ist überzeugt, dass die Aartalbahn viele Menschen von der Straße auf die Schiene holen könnte. Außerdem könnten die stark belasteten Wiesbadener Straßen so entlastet werden. Er hofft jetzt auf eine Zustimmung der Projektpartner in Wiesbaden. Der nächste Schritt wäre dann, zu prüfen, ob eine Schienenverbindung von Diez bis Wiesbaden einen Nutzen-Kosten-Quotienten von mehr als 1 erreichen kann. Dann könnten auch entsprechende Fördermittel abgerufen werden. (te)

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