Rheingoldhalle: Warum die Zeit drängt

Knapp eineinhalb Monate sind seit dem Brand in der Mainzer Rheingoldhalle vergangen. Noch immer sind die Aufräumarbeiten nicht abgeschlossen. Doch nun muss es schnell gehen, sonst steht die Stadt Mainz vor einem großen Finanzierungsproblem.

Rheingoldhalle: Warum die Zeit drängt

Es waren spektakuläre Bilder, als Mitte Mai die Mainzer Rheingoldhalle in Flammen stand. Am heutigen Dienstag gaben die Stadt Mainz und die Betreiber der Rheingoldhalle GmbH bekannt, wie sie nun weiter vorgehen wollen.

Ein Gutachten der zuständigen Versicherungen ergab, dass die beim Brand beschädigte Dachkonstruktion der Halle komplett erneuert werden muss. Betroffen ist beinahe die Hälfte der gesamten Konstruktion. Im Inneren der Rheingoldhalle führten Löschschaum und Wasser zu erheblichen Schäden. Böden, Decken und Teile der Wände müssen teilweise abgerissen werden, um zu verhindern, dass sich an den feuchten Stellen Schimmel bildet.

Die Zeit drängt für die Stadt Mainz, denn die geplanten Bauarbeiten müssen bis zum 31. Dezember 2020 abgeschlossen sein. Andernfalls erlischt ein Bundesförderprogramm. Dadurch würde eine Lücke von rund 4,8 Millionen Euro an staatlichen Zuschüssen entstehen. Finanzdezernent Günter Beck (Grüne) sagte dazu am Dienstag: „Das ganze Projekt rund um die Sanierung der Rheingoldhalle wird in jedem Fall eine riesige Herausforderung und kann in dem anvisierten Zeitrahmen nur dann gelingen, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen.“ Der Wille dazu sei aber bei allen vorhanden, so Beck weiter.

Asbest entdeckt

Seit dem Brand ruhen die Arbeiten an der Baustelle allerdings. Die Baufirmen mussten von der Halle abgezogen werden. Stattdessen sollten derzeit eigentlich noch immer die Aufräumarbeiten laufen, doch auch hier gibt es nun Komplikationen. Denn wie Luftmessungen am Montag ergaben, wurde in Teilen der Halle der giftige Baustoff Asbest nachgewiesen. Offenbar war das Asbest in Teilen des Gebäudes verbaut, die von der Feuerwehr während der Löscharbeiten eingerissen werden mussten. Arbeiter müssen also während zukünftiger Aufräumarbeiten auf spezielle Schutzkleidung sowie Atemschutzmasken zurückgreifen.

Brandursache weiter unklar

Bis November 2019 sollen die Brandschäden in und auf der Halle beseitigt werden. Bis Ende 2019 soll dann das gesamte Dach repariert sein. In der Zwischenzeit muss eine provisorische Lösung herhalten. Wer oder was den Brand verursacht hat, ist noch nicht geklärt. Derzeit laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei noch. Die eigentlich nacheinander geplanten Bauabschnitte 1 und 2 sollen nun zusammengelegt werden, damit die Sanierung auch definitiv bis Ende 2020 abgeschlossen sein kann. Rheingoldhallen-Geschäftsführer Martin Dörnemann sagt: „Was mich sehr freut ist, dass es uns gelungen ist, in der überaus schwierigen Phase alle Baufirmen bei der Stange zu halten, sodass wir hier keine zusätzlichen Verzögerungen durch erneute Ausschreibungen befürchten müssen.“

Für mainzplus Citymarketing, das die Messen in der Rheingoldhalle veranstaltet, entstehen durch die Verzögerungen einige Probleme. Denn die rund 70 für 2020 geplanten Veranstaltungen im Kongress-Saal müssen nun abgesagt oder verlegt werden. Wie Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz (CDU) sagte, drohen Hotelbetreibern und Einzelhändlern erhebliche Einbußen. Es gehe nun darum, das Vertrauen der Messe-Betreiber zurückzugewinnen.

Positive Nachrichten gibt es aber für die Mainzer Fastnachtsvereine: Zumindest die geplanten Veranstaltungen im Gutenbergsaal der Rheingoldhalle können wie vorgesehen stattfinden. (rk)

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