Rheingoldhalle: Ende der Arbeiten noch nicht abzusehen

Nach dem Brand der Rheingoldhalle hat das Löschwasser wohl deutlich größere Schäden angerichtet als angenommen. Was das für die Sanierungsarbeiten bedeutet.

Rheingoldhalle: Ende der Arbeiten noch nicht abzusehen

Rund neun Monate nachdem die Mainzer Rheingoldhalle in Flammen stand (wir berichteten), dauern die Sanierungsarbeiten weiter an. Über den aktuellen Stand der Arbeiten informierten unter anderem Günter Beck, Aufsichtsratsvorsitzender der Mainzer Aufbaugesellschaft (MAG), und Martin Dörnemann, Geschäftsführer der Rheingoldhalle GmbH & Co. KG, am Mittwochnachmittag auf einem Vororttermin.

Eine erste Prognose: Die Arbeiten im Kongress-Saal werden umfangreicher ausfallen als geplant. Somit verzögern sich die Sanierungsarbeiten und damit auch die Eröffnung der Rheingoldhalle. Einen genauen Termin für den Abschluss der Bauarbeiten könne man noch nicht nennen, so Beck. Damit ist auch noch unklar, ob die Saalfastnacht im nächsten Jahr gefährdet ist.

Das eingesetzte Löschwasser hat offenbar größere Schäden angerichtet als zunächst angenommen. Beck sagt: „Es ist unglaublich, welche Dimensionen an Wasser hier hereingekommen sind. Das Wasser hat sich seinen Weg gesucht.“

Die Zeit drängt

Die Uhr für die Stadt Mainz tickt: Bis zum 31. Dezember 2020 müssen zumindest die energetischen Arbeiten wie die Klimatechnik oder die Arbeiten für die Dämmung in der Rheingoldhalle abgeschlossen sein. Andernfalls würde es keine finanziellen Förderungen vom Bund geben - konkret geht es dabei um 4,68 Millionen Euro. Einen Katastrophenfall sehe das entsprechende Fördergesetz nicht vor.

Insgesamt belaufen sich die Kosten für die Sanierung der Halle inzwischen auf 29,1 Millionen Euro. Beck erklärt: „Ohne den Brand hätten wir die Arbeiten natürlich deutlich stressfreier abwickeln können.“ Dazu kommt, dass das Löschwasser alte Asbest-Rückstände herausgespült hat. Diese zu beseitigen, habe die Arbeiten zusätzlich verlängert.

Im Bühnenbereich, wo normalerweise Büttenredner oder Tanzgruppen auftreten, müssen drei Deckenkonstruktionen durchbrochen werden. Danach sollen an dieser Stelle neue technische Elemente verbaut werden. Derzeit sind rund 60 Arbeiter in der Rheingoldhalle im Einsatz, in den nächsten Wochen sollen bis zu 80 Arbeiter eingesetzt werden.

Außerdem unklar ist, ob das Parkett im Kongresssaal ausgetauscht werden muss. Hier gibt es offenbar größere Schimmel-Schäden. Beck sagt: „Kompetente Mitarbeiter bewältigen diese hochkomplexe Baustelle. Für mich ist es eine riesige Herausforderung. Ich habe den Eindruck, dass alle das im Griff haben.“ (df)

Logo