Fäkalien im Keller, Aufzug außer Betrieb: Anwohner in Mainz verzweifelt

Nachdem Beton einen Abwasserkanal verstopft hat, haben Bewohner von mehreren Häusern seit Wochen mit den Folgen zu kämpfen: Immer wieder dringt stinkendes Wasser ein, dem kaum beizukommen ist.

Fäkalien im Keller, Aufzug außer Betrieb: Anwohner in Mainz verzweifelt

Fast einen Monat ist es her, dass auf einer Baustelle auf dem Mainzer Lerchenberg Beton in den Abwasserkanal geflossen ist. Der Kanal wurde dadurch verstopft, einige Anwohner konnten daraufhin ihre Toiletten nicht mehr richtig spülen (wir berichteten).

Einige Nachbarn sind von den Auswirkungen der Panne anscheinend immer noch betroffen. Bis heute müssen etwa die Bewohner im Brahmsweg 7 mit den Folgen leben. Dort seien nach dem Zwischenfall „große Mengen Fäkalienwasser ausgetreten“, berichten es Bewohner gegenüber Merkurist. Diese seien zwar abgesaugt worden, doch eine „umfassende Reinigung, Desinfektion und nachhaltige Beseitigung der Verunreinigung“ sei aus ihrer Sicht bisher ausgeblieben. So befinde sich verschmutztes Wasser weiterhin in technischen Schächten, in einigen Bereichen des Kellers sowie im Aufzugsschacht. Fahre man mit dem Aufzug, höre man „deutlich Wasser- und Abwassergeräusche“, sagt ein Bewohner. In den Laufschienen des Aufzugs seien „fäkalienartige Verschmutzungen und Rückstände sichtbar“.

Seit Wochen unangenehme Gerüche und verschmutztes Wasser

Seit mehreren Wochen rieche es sehr unangenehm im Haus, sie machten sich „Sorgen über mögliche Auswirkungen auf ihre Wohn- und Lebensqualität“. Einige von ihnen befürchten gesundheitliche Beschwerden. „Wir wünschen uns eine fachgerechte Überprüfung der betroffenen Bereiche, gegebenenfalls notwendige Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen“, schreiben die Nachbarn weiter.

Hinzu komme noch, dass der Aufzug in dem achtstöckigen Mehrfamilienhaus seit ein paar Tagen vollständig außer Betrieb genommen worden sei. Informiert worden seien sie darüber nicht, so einer der Bewohner. „Besonders problematisch ist dies für ältere und mobilitätseingeschränkte Bewohner.“

Verstopftes Rohr sorgt für Rückstau

Auf Merkurist-Anfrage bestätigt die Wohnbau die Beeinträchtigungen im Haus. „In den betroffenen Liegenschaften kam es zu einem Rückstau durch das verstopfte Rohr. Somit ist Wasser in den Keller und in die Aufzugsschächte der betroffenen Objekte geflossen“, teilt eine Pressesprecherin mit.

Zweimal sei bereits gereinigt worden, desinfiziert würde „fortlaufend“. Denn es stehe weiterhin in zwei Häusern im Brahmsweg das Wasser „und immer wieder Wasser“, sagt auch die Wohnbau-Sprecherin. Wo das Wasser herkomme, sei schwer nachvollziehbar. Am Donnerstag (18. Juni) werde ein Spezial-Absaugwagen zum Einsatz kommen, zudem gebe es einen Termin, um den Sondermüll, also das mit Fäkalien und Öl verschmutzte Wasser, zu entsorgen.

Der Aufzug habe außer Betrieb genommen werden müssen, weil sich tatsächlich Wasser im Aufzugsschacht befinde, heißt es von Seiten der Wohnbau weiter. „Dies kann auch in den anderen Häusern noch der Fall sein.“