Draiser sammeln 3500 Euro für verprügelten Paketboten

Nach einer brutalen Attacke auf einen DHL-Boten kurz vor Weihnachten haben einige Bewohner Sammelaktionen gestartet.

Draiser sammeln 3500 Euro für verprügelten Paketboten

Zwei Tage waren es noch bis Weihnachten, die Paketzulieferer waren im größten Vorweihnachtsstress. In Drais belieferte der DHL-Bote gerade ein paar Häuser in der Straße „An der Markthalle“, als zwei Männer auftauchten und mit einem Gegenstand auf ihn einschlugen: auf den Kopf, das Gesicht, das Schienbein. Nur mit Mühe konnte sich der 49-Jährige wehren, rief um Hilfe. Als einige Nachbarn aus den Häusern kamen, flüchteten die Täter zu Fuß (wir berichteten). Sie wurden bis heute nicht gefasst.

Die Leute waren schockiert

Der brutale Angriff sprach sich im kleinen Stadtteil Drais schnell herum, die Leute waren schockiert, kannten sie doch den immer gut gelaunten und freundlichen DHL-Boten bereits seit zwei Jahren. Bereits am übernächsten Tag veröffentlichte einer von ihnen eine Nachricht in der Draiser Facebook-Gruppe: „Ich möchte an dieser Stelle einen Spendenaufruf machen“, schrieb Reiner Hoster, „nachdem der nette und sehr zuvorkommende und von vielen gemochte Paketzusteller grausam und unmenschlich misshandelt wurde. Also! Wer kann und will, kann sich gerne bei mir melden.“

Einen Tag später hatten sich bereits so viele Menschen auf den Aufruf hin gemeldet, dass Reiner Hoster neu organisieren musste: Nun konnten Geldumschläge bei ihm abgegeben oder Geld überwiesen werden. Innerhalb von wenigen Tagen kamen so fast 2400 Euro zusammen. Weitere kleine Gruppen hatten zusätzlich über 1000 Euro eingesammelt. „Ich bin fasziniert von der Anteilnahme und der uneingeschränkten Spendenbereitschaft“, so Hoster.

Er lädt den Paketboten zu Kaffee und Kuchen ein und überreicht ihm die Überraschung. „Es ist entsetzlich, dass es zum einen hier in Drais geschehen ist und zum Andern auch noch Ihnen“, sagt er dem 49-jährigen Familienvater. Und übergibt ihm das Paket mit den Umschlägen der Draiser. 3500 Euro wird der DHL-Bote später daheim zählen, das ein „gewisses Schmerzensgeld sein soll“, wie Hoster sagt. Er hoffe nun, dass er den Schreck gut verarbeiten kann, der nicht nur eine körperliche, sondern auch eine seelische Belastung war. „Und wir hoffen, dass die Täter gefasst werden und mit der vollen Härte des Gesetzes bestraft werden“, so Hoster.

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