Osterfeuer in Rheinhessen werden zur Todesfalle für Igel

Osterfeuer sind in Rheinhessen eine beliebte Tradition. Doch für Igel, Vögel und andere Tiere können sie zur Todesfalle werden. In einem Appell erklärt der NABU, wie sich die Tiere schützen lassen.

Osterfeuer in Rheinhessen werden zur Todesfalle für Igel

Ob in Ingelheim, Bodenheim, Partenheim, Alzey oder Worms – in ganz Rheinhessen werden zu Ostern wieder traditionell große Feuer entzündet. Doch was für viele schöner Brauchtum ist, kann für zahlreiche Tiere tödlich enden. Darauf weist der Naturschutzbund Deutschland (NABU) hin und appelliert an alle Veranstalter und Bürger, einfache Vorkehrungen zu treffen.

Das Problem: Die oft schon Wochen im Voraus aufgeschichteten Holz- und Reisighaufen werden von vielen Tieren als willkommener Unterschlupf angesehen. Igel, Hasen, Spitzmäuse, aber auch Vögel wie das Rotkehlchen oder der Zaunkönig finden in den Haufen Schutz oder bauen dort sogar ihre Nester. Besonders hoch sei die Gefahr bei Feuern, die an „naturnahen“ Orten wie Wiesen am Ortsrand stattfinden.

Holzstapel unbedingt umschichten

„Was für uns Menschen eine lieb gewonnene Tradition geworden ist, kann für Wildtiere zur Todesfalle werden“, warnt Marcus Orlamünder vom NABU. „Für Vögel, Igel, Hasen, Mäuse, Insekten, Amphibien und weitere Wildtiere wird das Osterfeuer oft zum Scheiterhaufen, in dem sie leidvoll ums Leben kommen.“

Um die Tiere zu schützen, gibt der NABU einen einfachen Tipp: Die Holz- und Reisighaufen sollten am Tag des Anzündens vorsichtig umgeschichtet werden. So erhalten die versteckten Bewohner die Chance, rechtzeitig zu flüchten. Noch besser sei es, das Brennmaterial erst kurz vor dem Anzünden aufzuschichten, damit Tiere gar nicht erst die Möglichkeit haben, den Haufen als neue Heimat zu beziehen.

Osterfeuer werden häufig von Freiwilligen Feuerwehren organisiert und betreut, etwa in Ingelheim oder in Langenlonsheim. In Ober-Olm ist der Jugend- und Brauchtumsverein zuständig, während in Bodenheim, Alzey oder Worms die Kirchengemeinden das Osterfeuer organisieren. An die Veranstalter richtet sich der Aufruf der Naturschützer – aber auch Teilnehmer könnten durch Hinweise und Umschichten vor dem Entzünden helfen.

Geschichtete Haufen als wertvoller Lebensraum

Am liebsten wäre es den Naturschützern, wenn die Haufen gar nicht verbrannt würden. Laut NABU-Experte Julian Heiermann sind Totholzhaufen „attraktive und wichtige Lebensräume“. Ein Reisighaufen im Garten schaffe mit geringem Aufwand wertvollen Lebensraum für Kleintiere und Insekten und wirke der Strukturarmut in der Landschaft entgegen.

Der NABU weist außerdem darauf hin, dass in Osterfeuern nur unbehandeltes Holz und Grünschnitt verbrannt werden dürfen. Lackiertes Holz, alte Möbel oder sonstiger Müll gehören nicht ins Feuer.