Gebührenerhöhung zurückgezogen

Eigentlich wollte die Mainzer Volksbank die Gebühren für eines ihrer Angebote erhöhen. Doch nach einigen Protesten verzichtete die Bank darauf.

Gebührenerhöhung zurückgezogen

Mit Beginn des neuen Jahres haben viele Banken die Gebühren für ihre Angebote erhöht. Das betraf unter anderem auch ein Angebot der Mainzer Volksbank (MVB). Dabei handelte es sich um laufende Verträge der „MVB-RentePlus“, bei der es um die private Altersvorsorge (Riester-Banksparplan) geht. Die jähr­liche Verwaltungs­gebühr sollte von 10 auf 25 Euro angehoben werden. Nun hat die Bank nach deutlicher Kundenkritik die Gebührenerhöhung vorerst zurückgenommen.

Zudem hatte der Verbraucherservice Bayern die Bank abgemahnt und erwog sogar eine Klage. Doch wie bewertet die MVB die Situation?

Gegenüber Merkurist erklärt Martin Eich, Leiter der Unternehmenskommunikation: „In der Tat haben wir eine geplante Anpassung unserer Verwaltungsgebühren bei unserem Produkt ‘MVB-RentePlus’ zurückgenommen.“ Bereits zum Ende des vergangenen Jahres habe man die betroffenen Kunden entsprechend über die Anpassung informiert.

Diese Information habe zum Teil zu Unverständnis geführt, was sich auch in der Berichterstattung widergespiegelt habe. „Anscheinend ist es uns nicht ausreichend gelungen, die Gründe und die Notwendigkeit hierfür transparent zu vermitteln“, so Eich. Alle Kundenbeschwerden nehme man aber sehr ernst. Diese Entwicklung sei dann auch der Grund dafür gewesen, die für das Jahr 2019 geplante Gebührenanpassung zurückzunehmen.

Gründe für angedachte Gebührenerhöhung

Merkurist-Leser Markus interessiert dabei vor allem, warum die Verwaltungsgebühr um 150 Prozent angehoben werden sollte. Die MVB nennt hier unter anderem die unveränderte Gebührenstruktur seit Einführung der ‘MVB-RentePlus’ als Grund. Neben dem Produkt selbst umfasse die Leistung der MVB in diesem Fall ein umfangreiches Dienstleistungspaket für die Kunden. Hierzu gehöre zum Beispiel neben der Vertragsverwaltung die gesamte Kommunikation mit der Zulagenstelle sowie die Zulagenbearbeitung.

„Leider haben sich zwischenzeitlich die diesbezüglichen Anforderungen deutlich erhöht, so dass die Vertragsverwaltung unter dem bislang kalkulierten Vertragsentgelt aus heutiger Sicht nicht mehr kostendeckend möglich ist.“ Vor diesem Hintergrund sollte eine Anpassung an die heutigen Marktbedingungen erfolgen, so Eich.

Wie Leser Markus gegenüber Merkurist sagt, vermute er, dass die Bank ihre Riester-Sparer so loswerden wollte. Doch ist das richtig? Die MVB sagt: Nein. „Den Vorwurf, Riester-Kunden loswerden zu wollen, weisen wir entschieden zurück. Als eine der letzten deutschen Banken führen wir überhaupt noch solche Verträge. Auch das zeigt, dass die Rahmenbedingungen sich in diesem Bereich deutlich verändert haben“, so Eich.

Wie die MVB mitteilt, sei über eine Gebührenanpassung nach 2019 aktuell noch keine Entscheidung getroffen.

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