Stadt will durchgreifen: Neue Verbote für den Mainzer Winterhafen sollen kommen

Weil es in den vergangenen Jahren immer wieder Ärger über laute Musik und zu viel Müll am Mainzer Winterhafen gab, will die Stadt Mainz nun durchgreifen. Mit Verboten soll sich die Situation in den wärmeren Monaten dort verbessern.

Stadt will durchgreifen: Neue Verbote für den Mainzer Winterhafen sollen kommen

Alle Jahre wieder: Mit Frühlingsbeginn zieht es viele Mainzer auf die Grünflächen am Winterhafen. Besonders beliebt bei jüngeren Mainzern ist die Mole zwischen der Drehbrücke und dem Bootshaus. Sobald es wärmer wird, ist hier nicht nur tagsüber reger Betrieb, sondern auch am Abend und in der Nacht. Doch das sorgt immer wieder für Ärger. Einerseits, weil der Winterhafen an manchen Tagen mit Müll und leeren Flaschen extrem verdreckt ist, andererseits, weil manche dort auch spät am Abend noch mit mitgebrachten Musikboxen laut sind und die Anwohner sich davon gestört fühlen.

Die Stadt Mainz will mit teilweise drastischen Maßnahmen nun dafür sorgen, dass sowohl das Müll- als auch dem Lautstärkeproblem gelöst werden. Schon in den vergangenen Jahren versuchte die Stadt, gegen die Probleme vorzugehen. Sogenannte „Müll-Scouts“ sollten vor Ort die Menschen auf das Problem der Vermüllung aufmerksam machen. Zudem wurden Feierwütige am späten Abend mit grellen Scheinwerfern von der Mole vertrieben. Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), Gründezernentin Janina Steinkrüger (Grüne) und Ordnungsdezernentin Manuela Matz (CDU) haben nun neue Maßnahmen vorgeschlagen, die allerdings noch Anfang April vom Stadtrat beschlossen werden müssen.

Verbot von Musikboxen und Glasflaschen soll kommen

Vom 15. März bis zum 31. Oktober soll nun in jedem Jahr die Nutzung von Musikboxen im genannten Winterhafenabschnitt zwischen 22 und 6 Uhr verboten werden. Zwischen 18 und 6 Uhr soll es außerdem verboten werden, Glasflaschen auf die Winterhafenmole mitzubringen oder bei sich zu haben. Zudem ist es künftig untersagt, auf mitgebrachten Tischen Trinkspiele im Winterhafen zu spielen. Wie die Stadt Mainz mitteilt, sollen die Verbote zwischen März und November in den kommenden beiden Jahren zunächst getestet werden. Allerdings soll es vor allem beim Glasverbot Ausnahmen geben. Diese gelten zum Beispiel für Anwohner, Gewerbetreibende, Bootseigner, die dort anliegenden Kreuzfahrtschiffe oder Baby- und Kleinkindnahrung im Glas.

Mit verstärkten Kontrollen am Rheinufer und am Winterhafen soll das Mainzer Ordnungsamt kontrollieren, ob die neuen Maßnahmen auch wirklich eingehalten werden. Wer sich in den genannten Zeiträumen nicht an die Verbote hält, muss Strafen zahlen. Die neuen Verbote sollen nun nochmal auf Schildern vor Ort erklärt werden. Außerdem stockt der Entsorgungsbetrieb die Zahl der Mülltonnen im Winterhafen auf, kündigt die Stadt an. Zudem soll eine zusätzliche Toilettenanlage am Biergarten auf der Mole das Problem von Wildpinklern weiter verringern.

Laut Ordnungsdezernentin Manuela Matz gelte es für alle Besucher des Winterhafens, sich an die Spielregeln vor Ort zu halten. Weil das in den letzten Jahren oftmals nicht der Fall gewesen sei, habe die Stadt nun handeln müssen. „Mit den maßvollen und verhältnismäßigen Maßnahmen des Glasverbots in der Zeit zwischen 18 und 6 Uhr und des ausdrücklichen Verbots der Nutzung von Tonwiedergabegeräten zur Nachtzeit erhoffen wir uns – neben all der parallel erfolgenden Aufklärungsarbeit – eine signifikante Verbesserung der Situation“, sagt sie.

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