Mainzer Familie hofft auf Spenden für Stammzellentherapie

Ein Familienleben wie jeder andere auch zu haben - das ist der größte Wunsch von Roland Schleichert. Der Mainzer leidet an Multiple Sklerose und hofft auf eine Stammzellentherapie, um die Krankheit aufzuhalten. Doch dafür braucht er Geld.

Mainzer Familie hofft auf Spenden für Stammzellentherapie

Eigentlich war es ein ganz normaler Tag vor fünf Jahren, als sich für Roland Schleichert und seine Familie alles veränderte. Bei einem Spaziergang mit seiner damals noch schwangeren und frischgebackenen Ehefrau Katrin und den Hunden fiel der eigentlich top fitte Mainzer plötzlich um. Der Arzt stellte dann die Diagnose: Der 44-Jährige leidet an Multiple Sklerose (MS), einer Krankheit, bei der das eigene Immunsystem die Nerven im Körper angreift. In Rolands Fall waren zuerst die Beine betroffen, aber auch seine Hände kann er mittlerweile nur noch schlecht bewegen.

„Es zerfrisst mich vor allem, dass ich nicht mehr so viel mit meiner Tochter machen kann.“ - Roland Schleichert

„Es zerfrisst mich vor allem, dass ich nicht mehr so viel mit meiner Tochter machen kann“, erzählt der Vater eines gerade vier Jahre alt gewordenen Mädchens. „Ich würde so gerne mit ihr Fußballspielen, oder auf den Spielplatz gehen, aber das geht einfach nicht so wie bei anderen.“ Denn nach rund 100 Metern ist für Rolands Beine Schluss. Lediglich mit Hilfe eines Elektromobils, das die Familie im letzten Jahr gekauft hat, kann er noch längere Ausflüge machen. Seit er die Diagnose hat, hat er viele Medikamente ausprobiert, erzählt er. „Aber kein Medikament hat bisher dabei geholfen, den Verlauf der Krankheit zu stoppen.“ Stattdessen greife sie immer mehr Nerven an. Die letzte Möglichkeit, die er für sich sieht, ist eine Stammzellentherapie.

Bei dieser Form der Therapie werden dem Patienten zuerst Stammzellen, die für den Aufbau des Immunsystems zuständig sind, entnommen und eingefroren. Dann muss er sich einer Chemotherapie unterziehen, die das Immunsystem zerstört, das für die MS verantwortlich ist. Die vorher entnommenen Zellen werden danach wieder in die Blutbahn gebracht, wo sie ein neues Immunsystem und neue Abwehrzellen aufbauen sollen, um die Krankheit für einige Jahre zu stoppen. In Deutschland ist diese Form der Therapie noch umstritten, weil man sich der Erfolge noch nicht sicher genug ist. In anderen Ländern, wie Russland, Mexiko und der Schweiz wird sie aber zum Teil seit Jahren angewendet - und das auch mit Erfolg.

„Wir haben uns mit einigen Leuten ausgetauscht, bei denen die Krankheit dadurch gestoppt wurde.“ Roland Schleichert

„Wir haben uns mit einigen Leuten ausgetauscht, bei denen die Krankheit dadurch gestoppt wurde, oder sich die Situation verbessert hat“, erzählt Roland. So zum Beispiel bei der Hochheimerin Katja Schmollack, die sich als MS-Patientin 2019 einer Stammzellentherapie in Moskau unterzogen hat und darüber in ihrem Blog „Katjas Chance“ berichtet. Durch die Therapie könne sie wieder besser laufen, auch ihr Gleichgewichtssinn habe sich verbessert, schreibt sie dort. Für Roland Schleichert ist Katjas Geschichte eine echte Hoffnung. Auch wenn es sein kann, dass die Therapie bei ihm nicht anschlägt, will auch er nach Russland oder Mexiko fliegen, um es zumindest zu probieren. Doch dafür braucht er Geld.

Die Familie hofft auf Spenden

Die Kosten der Therapie in Moskau würden inklusive Reisekosten bei rund 50.000 Euro liegen - immer noch viel weniger, als beispielsweise in der Schweiz. Wegen seiner Krankheit bezieht Roland eine Erwerbsminderungsrente, seine Frau arbeitet in Teilzeit. In der Hoffnung auf finanzielle Hilfe, haben die beiden jetzt eine Spendenaktion ins Leben gerufen. „Ich freue mich über jeden, der uns unterstützt, damit wir diese Chance zumindest ausprobieren können“, sagt Roland.

„Durch die Stammzellentherapie würde unserer Familie vielleicht viel Zeit geschenkt werden.“ - Katrin Schleichert

Für seine Frau Katrin wäre die Stammzellentherapie eine der größten Hoffnungen seit dem folgenschweren Spaziergang vor fünf Jahren. Die Hoffnung, auf ein normales Familienleben, sagt sie. „Für mich ist das schlimm ihn so zu sehen. Vor allem, weil ich weiß, wie sehr er darunter leidet, dass er vieles nicht mehr mit unserer Tochter machen kann. Durch die Stammzellentherapie würde unserer Familie vielleicht viel Zeit geschenkt werden.“

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