Anwohner kritisieren Zustände vor Obdachlosenheim in Mainzer Altstadt

Die Stimmung vieler Anwohner in der Mainzer Münsterstraße ist angespannt. Im Umfeld der dortigen Obdachlosen-Unterkunft kommt es offenbar immer wieder zu kritischen Zuständen.

Anwohner kritisieren Zustände vor Obdachlosenheim in Mainzer Altstadt

Einige Anwohner in der Mainzer Münsterstraße sehen die Entwicklung vor Ort zunehmend kritisch. Seit es dort eine Obdachlosenunterkunft gibt, sei die Gegend vor allem abends unsicher, dreckig und laut geworden. Gegenüber Merkurist berichtet Leser Stefan von Saufgelagen, Drogenkonsum, Handgreiflichkeiten und häufigen Einsätzen von Polizei und Krankenwagen. Er befürchtet, dass sich die Gegend zu einem neuen sozialen Brennpunkt entwickeln könnte.

„Vorher war dort eine Sozialeinrichtung der Drogenhilfe und es wurde akzeptiert.“ Doch die aktuellen Verhältnisse seien nun nicht mehr länger tragbar für die Nachbarschaft, sagt Stefan. Erst kürzlich habe er eine Person auf dem Boden liegen sehen, die schwer verletzt oder bewusstlos gewesen sei.

Doch wie schlimm sind die Zustände rund um die Münsterstraße nun aus Sicht der Behörden?

Polizei nennt Zahlen zu Einsätzen

Auf Anfrage von Merkurist bestätigt die Mainzer Polizei, dass es dort regelmäßig zu Einsätzen kommt. So rückten Streifen im Zeitraum vom 1. Januar 2025 bis zum 3. März 2026 zu 25 Einsätzen aus. Dabei wurden laut Polizei nur drei Strafanzeigen aufgenommen: zwei wegen Körperverletzung und eine wegen Hausfriedensbruchs.

Bei den übrigen 22 Vorgängen habe es sich um nicht strafrechtlich relevante Streitigkeiten, gemeldete Randalierer oder verdächtige Wahrnehmungen gehandelt, die keine weiteren polizeilichen Maßnahmen erforderten. Ein Zusammenhang mit Drogenkriminalität sei bei diesen Einsätzen nicht erkennbar gewesen.

Dennoch fühlen sich nicht alle Anwohner sicher und hoffen auf Unterstützung von der Stadt, was die Situation vor Ort betrifft:

Das unternimmt die Stadt Mainz

Die Stadtverwaltung teilt zunächst auf Anfrage mit, dass seit Anfang des Jahres entsprechende Beschwerden zu den Zuständen in der Münsterstraße eingegangen sind. In zwei akuten Fällen sei der Zentrale Vollzugs- und Ermittlungsdienst umgehend eingeschaltet worden. Die Stadt könne zwar bei Ordnungsstörungen regulierend eingreifen, heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Straftaten wie Drogenhandel fielen jedoch in die Zuständigkeit der Polizei.

In der Vergangenheit sei der Bereich um die Münsterstraße auch teilweise schon anlasslos von Mitarbeitern des Vollzugsdiensts aufgesucht worden. „Bei diesen Bestreifungen konnten jedoch nur in den seltensten Fällen Feststellungen getroffen werden“, gibt die Pressestelle der Stadt an. Eine Dauerpräsenz des Ordnungsamts sei jedoch angesichts der vielfältigen Aufgaben nicht möglich. Wenn der Vollzugsdienst vor Ort aber „störende Personen“ feststellt, würden beispielsweise Maßnahmen wie Platzverweise ausgesprochen.

Ob das ausreicht, um die Situation für die Anwohner dauerhaft zu verbessern, bleibt nun abzuwarten.