Verkommt das Hechtsheimer Kirchenstück immer mehr?

Das Kirchenstück inmitten der Hechtsheimer Weinberge ist nicht nur zum jährlichen Weinfest ein beliebtes Ausflugsziel. Doch zuletzt scheint es, dass das Kirchenstück immer mehr vermüllt. Sogar ein Problem mit dem Drogenhandel soll es dort geben.

Verkommt das Hechtsheimer Kirchenstück immer mehr?

Das Weinfest im Hechtsheimer Kirchenstück ist für dieses Jahr abgesagt. Dafür scheinen dort Privat-Partys zuletzt sehr angesagt zu sein. Ihren Müll nehmen dann aber viele nicht mehr mit und lassen ihn stattdessen achtlos vor Ort liegen. Das Ergebnis: Überall liegen leere Flaschen, Glasscherben und Plastikmüll herum. Die Hechtsheimer Ortsvorsteherin Tatiana Herda Muñoz (SPD) will das nun aber ändern.

„Dieses Ausmaß ist zu viel“

Bereits im April fingen die Müllprobleme im Kirchenstück an, was Herda Muñoz sehr bedauert: „Ihr werdet spazieren gehen und ihr werdet euch ärgern. Dieses Ausmaß ist zu viel. Warum können Menschen so egoistisch sein?“, kommentiert die Ortsvorsteherin auf ihrem Facebook-Account.

Gleichzeitig lobte sie aber auch den Einsatz vieler Hechtsheimer, die dafür sorgen, dass das Kirchenstück wieder sauber wird. „Es sind viele von euch, die mitdenken und Müll mitnehmen auf ihren Spaziergängen, vielen Dank dafür“, schreibt Herda Muñoz. Schließlich sei auch sie gemeinsam mit einem Helfer im April losgegangen, um den Müll im Kirchenstück einzusammeln, sagt Herda Muñoz gegenüber Merkurist.

Das generelle Problem sei, dass es dort einfach keine Mülleimer gebe. Die Stadt sagt, dass sie nicht zuständig sei. „Wir Hechtsheimer wollen uns nun aber selbst organisieren und eine Lösung finden, um es vor Ort wieder schöner und sauber zu gestalten“, sagt Muñoz. Inzwischen habe man schon einen Hechtsheimer gefunden, der einen Mülleimer für das Kirchenstück sponsert. Der dort gesammelte Müll, müsse dann jedoch privat entsorgt werden.

„Zudem ist auch in Abstimmung mit den Winzern geplant, ‘Müllpatenschaften’ aufzubauen“, sagt Muñoz. Die Paten schauen sich dazu vor Ort um und sammeln dann herumliegenden Müll ein. Trotz der eigenen Bemühungen, das Kirchenstück sauber zu halten, steht die Ortsvorsteherin aber auch im Kontakt mit dem Mainzer Ordnungsamt. „Ich habe mit dem Ordnungsamt telefoniert, es ist oft vor Ort und kontrolliert abends beziehungsweise nachts regelmäßig. Sie haben das Kirchenstück im Blick“, so Muñoz.

Stadt ist Problem bekannt

Kenntniss von dem Problem habe auch der Entsorgungsbetrieb (EB) der Stadt Mainz, sagt Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr auf Anfrage. „Es werden immer wieder Verunreinigungen auf dem Kirchenstück gemeldet. Der EB versucht dann zunächst, die Verursacher zu ermitteln, was in der Regel jedoch leider nicht gelingt.“ Die Beschäftigten der Straßenreinigung würden schließlich die betroffenen Bereiche säubern, wenn sie planmäßig auf der Hechtsheimer oder Weisenauer Tour in der Nähe im Einsatz seien, so Peterhanwahr.

Da das Kirchenstück aber ein beliebter Ausflugspunkt insbesondere abends für Jugendliche sei, sind die Reinigungseffekte meistens leider schon nach wenigen Stunden dahin. „Unseres Wissens kümmerte sich früher der Ortsteilhelfer um die Reinigung des Kirchstücks“, so Peterhanwahr. Warum dies seit geraumer Zeit nicht mehr das Fall sei, ist dem EB nicht genau bekannt.

Drogenhandel auf Kirchenstück?

Doch gibt es etwa noch ein Problem mehr auf dem Kirchenstück als den Müll? Ein Anwohner meldet sich bei Merkurist und gibt an, dass dort relativ häufig auch mit Drogen gehandelt werden soll. Zumindest davon gehört habe auch sie schon, sagt Ortsvorsteherin Tatiana Herda Muñoz. Falls dies tatsächlich der Fall sein sollte, dann müsste die Polizei unbedingt aktiv werden, so Herda Muñoz. Die Mainzer Polizei kann auf Anfrage jedoch kein konkretes Drogenproblem vor Ort bestätigen. Einzelne Aktivitäten seien nicht auszuschließen, im Fokus stehe das Kirchenstück aber nicht, sagt ein Sprecher. (pk)

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