Die Müllabfuhr in Mainz ist im deutschlandweiten Vergleich besonders günstig. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung des Eigentümerverbands Haus & Grund und des Instituts der deutschen Wirtschaft. Im Ranking der 100 größten deutschen Städte landet Mainz auf dem fünften Platz.
Für die Studie wurden die Gebühren für einen Musterhaushalt mit vier Personen verglichen. Zwar ist Mainz im Gesamtranking im Vergleich zu 2022 um einen Platz von Rang vier auf fünf gefallen, gehört aber weiterhin zur Spitzengruppe. Auch Wiesbaden schneidet mit dem elften Platz relativ gut ab.
Mainz bei Service-Optionen bundesweit an der Spitze
In zwei speziellen Service-Kategorien ist Mainz sogar bundesweiter Spitzenreiter. Bei einem wöchentlichen Teilservice, bei dem die Tonnen selbst an die Straße gestellt werden müssen, zahlt die Musterfamilie in Mainz 158,70 Euro im Jahr – so wenig wie in keiner anderen der untersuchten Städte.
Auch beim wöchentlichen Vollservice, bei dem der Müll vom Grundstück abgeholt wird, belegt Mainz mit Jahresgebühren von 184,20 Euro den ersten Platz.
Bundesweiter Trend zu höheren Gebühren
Die Untersuchung offenbart erhebliche Unterschiede in Deutschland. Flensburger zahlen am wenigsten (162,60 Euro für einen 14-täglichen Vollservice im Jahr). Hier melden Sensoren an großen unterirdischen Müllbehältern der Zentrale digital den Füllstand. Die Behälter werden also erst geleert, wenn sie voll sind, was wieder Gebühren spart.
In Bergisch Gladbach ist die Abfallentsorgung am teuersten. Dort kostet die Müllentsorgung für den Musterhaushalt 477,84 Euro und damit fast dreimal so viel wie in der günstigsten Stadt.
Bundesweit sind die Abfallgebühren in den vergangenen vier Jahren im Durchschnitt um rund 13 Prozent gestiegen. Die Autoren der Studie kritisieren, dass die Gebührenordnungen vielerorts kompliziert und wenig transparent seien. Sie fordern mehr Standardisierung, damit Bürger ihre Kosten einfacher nachvollziehen und vergleichen können.
Methode
Die nötigen Informationen und Gebühren für die Erstellung des Rankings wurden aus den jeweils aktuellen Abfallwirtschaftssatzungen und Abfallgebührensatzungen der Städte entnommen. Für die anfallende Müllmenge wurde ein Musterhaushalt definiert, der die vier Müllsorten Restmüll, Biomüll, Sperrmüll und Altpapier produziert. Andere Müllsorten wurden entweder als gebührenfrei (Wertstoffe) oder nicht regelmäßig anfallend (Sondermüll) angesehen. Der Musterhaushalt besteht aus insgesamt vier Personen – zwei Erwachsenen und zwei Kindern. Die Musterfamilie besitzt ein Einfamilienhaus und betreibt hier keine Entsorgungsgemeinschaft mit den Nachbarn. In den Gebührenmodellen vieler Städte ist die Restmüllmenge die entscheidende Berechnungsgröße. In diesem Vergleich wird von einem durchschnittlichen Aufkommen von 60 Litern Restmüll je Haushalt und Woche (15 Liter pro Person) ausgegangen.