Verwirrung: Wann muss ich für meinen Abfall extra bezahlen?

Ein Merkurist-Leser ist irritiert: Er glaubte, seinen Müll kostenlos auf dem Recyclinghof in Budenheim entsorgen zu können, wurde dann aber zur Kasse gebeten. Ein Experte erklärt, warum der Leser zahlen musste und gibt Tipps zur Entsorgung.

Verwirrung: Wann muss ich für meinen Abfall extra bezahlen?

Nach dem Umzug, der Gartenarbeit oder beim Ausmisten: Schnell sammelt sich Müll an, der nicht einfach in der Hausmülltonne entsorgt werden kann. Wer diesen schon mal auf einem Wertstoff- oder Recyclinghof entsorgen musste, der weiß, dass das gar nicht so einfach ist. Schnell kommen Fragen auf: Kostet mich die Entsorgung dort etwas? Und wie viel Müll darf ich eigentlich auf den Höfen abgeben? So ging es kürzlich auch Merkurist-Leser Joachim.

Er wundert sich in seinem Snip, dass er seinen Müll auf dem Budenheimer Recyclinghof nur gegen eine Gebühr entsorgen konnte. Wie Joachim erklärt, bringt er seinen Müll normalerweise zum Bretzenheimer Wertstoffhof, weil dieser geschlossen war, steuerte er also den Recyclinghof in Budenheim an. Dort wollte er einen Hocker, einige zerkleinerte Blumenkästen aus Plastik und drei kleine Mülltüten entsorgen.

Dann die Überraschung für Joachim: „Vor Ort saß eine Frau am Empfang und sagte, dass dafür die Mindestgebühr von zehn Euro zu zahlen wäre.“ Wie Joachim sagt, habe er im Internet und auf einem Flyer gelesen, dass er auch als Mainzer seinen Müll in Budenheim kostenlos abgeben könne. Nachdem ihm angeboten worden war, den Müll wieder mitzunehmen und zu Hause zu entsorgen, zahlte Joachim nach eigenen Angaben zähneknirschend.

Das sagt der Entsorgungsbetrieb

Thomas Strack ist Abfallberater beim Entsorgungsbetrieb (EB) Mainz. Im Gespräch mit Merkurist versucht er, den Fall zu klären und allgemeine Tipps zur Müllentsorgung in Mainz zu geben. Zunächst sei es laut Strack wichtig, zwischen Wertstoffhöfen und Recyclinghöfen zu unterscheiden. „Wertstoffhöfe gibt es in einigen Stadtteilen, zum Beispiel in Bretzenheim, Finthen oder Lerchenberg. Dort können Bürger ausschließlich kostenfreien Müll abgeben.“ Dazu zählen Papier, Gelbe Säcke, Glasmüll und Grünabfälle. Eben alles, was in einem normalen Haushalt regelmäßig anfällt.

Zudem gibt es zwei Recyclinghöfe: Den von Leser Joachim angesprochenen Hof in Budenheim (auch hier ist der EB Mainz zuständig) und den Hof in der Emy-Röder-Straße. Letzterer wird derzeit aber vergrößert und erst Anfang Juli wieder öffnen. „Hier können die Bürger auch Abfälle abgeben, die sie auf Wertstoffhöfen nicht abgeben können. Zum Beispiel Altreifen, Dämmstoffe oder Bauabfälle“, so Strack. Bei diesen nicht haushaltsüblichen Stoffen fällt jedoch eine Gebühr an. Der EB hat dazu auch eine Liste online veröffentlicht.

Knackpunkt Entsorgungsgebühr

Auf den Recyclinghöfen müssen die Bürger für ihren nicht haushaltstypischen Müll Geld bezahlen, weil dieser nicht über die Entsorgungsgebühr finanziert wird. „Bei den wenigsten Mainzern fallen regelmäßig größere Mengen Bauschutt an, deswegen können zum Beispiel auch nicht alle Mainzer für dessen Entsorgung zur Kasse gebeten werden“, erklärt Strack die Idee hinter dem System.

Zum konkreten Fall von Leser Joachim erklärt Strack: „Den Grünschnitt hätte der Leser kostenlos abgeben können. Die Krux waren hier aber die Tüten mit der ungewöhnlich großen Menge Hausmüll und die zerkleinerten Blumenkästen.“ Daher sei die erhobene Gebühr von zehn Euro laut Strack ordnungsgemäß gewesen. Um Missverständnissen wie dem von Leser Joachim vorzubeugen, hat Strack einen Tipp: „Jeder Bürger kann sich bei uns telefonisch beraten lassen oder uns eine Mail an Entsorgungsbetrieb@Stadt.Mainz.de schreiben. Gemeinsam versuchen wir dann, die günstigste, beste und einfachste Lösung für den Bürger zu finden.“

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