Diese gefährlichen Mückenarten gibt es in und um Mainz

Zusätzlich zu den heimischen Mückenarten kommen immer mehr Mücken aus anderen Teilen Europas in die Mainzer Region. Diese können gefährliche Krankheiten übertragen.

Diese gefährlichen Mückenarten gibt es in und um Mainz

Klein aber mit großem Gefahrenpotenzial: Einige Stechmücken im Raum Mainz können zu einer echten Gefahr werden. Ein einziger Stich kann Schwellungen, Blutvergiftungen oder Atemnot hervorrufen.

Zusätzlich zu den einheimischen Mückenarten kommen nach Angaben von NABU-Naturschutzreferentin Ann-Sybil Kuckuk die ein oder andere tropische Mückenart wieder zurück nach Deutschland. Vor ein paar hundert Jahren kamen einige der tropischen Mückenarten noch natürlich in der Rheingegend vor. Damals habe es mehr Rheinauen gegeben, in denen sich die Mücken ansiedeln konnten. Ende des 18. Jahrhunderts habe beispielsweise die Anopheles-Mücke in der Rhein-Region gelebt, die Malaria übertragen habe. Aufgrund der vermehrten Reisebewegungen heutzutage würden wieder mehr tropische Mücken mit nach Deutschland transportiert werden. Das warme Wetter in diesem Jahr fördere das Überleben dieser Mücken.

Welche Mückenarten im Raum Mainz gefährlich werden könnten, berichtet der Wissenschaftliche Direktor Dr. Becker von der „Kommunalen Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.“ (KABS). Sowohl heimische als auch eingesiedelte Mückenarten können durch ihre Stiche und Bisse Krankheiten übertragen.

Die Asiatische Tigermücke

Die aus den süd- und südostasischen Tropen stammende Asiatische Tigermücke ist die wohl gefährlichte Mücke, die sich entlang des Rheins angesiedelt hat. In Mainz wurde sie bis jetzt aber noch nicht gesichtet. Sie kann über 20 Virusarten mit sich tragen und diese mit einem Stich übertragen. Dabei handelt es sich häufig um gefährliche Tropenkrankheiten wie beispielsweise das West-Nil-Virus, das Gelbfiebervirus oder das Dengue-Fieber, die für geschwächte Menschen sogar tödlich enden können. Laut Dr. Becker kann sie die Infektionskrankheit Parvovirose übertragen.

Die Japanische und Koreanische Buschmücke

Die Japanische Buschmücke hingegen wurde bereits in der Mainzer Region gefunden. Auch sie kann zahlreiche Viren übertragen. Experten wie Dr. Becker gehen davon aus, dass die Mückenart auch in unseren Breitengraden das Westnil-Fieber übertragen kann. In der Region von Mainz ist das aber nicht der Fall. „Die Stiche hierzulande sind nicht so gefährlich“, sagt Dr. Becker, „zudem sind die Mücken nicht sonderlich stechaktiv“.

Ähnliche Auswirkungen wie die Stiche der japanischen Buschmücke haben die Stiche der koreanischen Stechmücke. Diese wurde vor einiger Zeit in Wiesbaden entdeckt.

Die Kribelmücke

Die Kribelmücke gehört zu den heimischen Mückenarten. Sie ist nur ein paar Millimeter groß, aber die Bisse sind schmerzhaft. Die Mückenart sticht nicht, sondern beißt. Mit dem Biss geben Kribelmücken einen Blutgerinnungshemmer sowie Histamin in die Wunde. Diese können unter anderem zu Schwellungen, Entzündungen, Blutergüssen, Blutvergiftungen und Schwindelgefühl führen. „Die Bisse sind sehr schmerzhaft“, sagt Dr. Becker. Zu finden sei die Mücke ausschließlich in Fließgewässern.

Gnitzen

Die kleinen Mücken mit dem stark gewölbten Rücken, genannt Gnitzen, können laut Dr. Becker die Infektionskrankheit Mariose übertragen. Gemeinsam mit ihrem Stechrüssel stecken die Mücken beim Blutsaugen ihren Kopf in die Wunde, was die Stiche besonders schmerzhaft mache.

Vor allem bei schwülem Wetter verbreiten sich die Mückenarten laut Dr. Becker besonders gut. Ausgenommen von der Asiatischen Tigermücke sind die Tiere vor allem in der Dämmerungszeit aktiv. Die Tigermücke ist tagaktiv. (pk)

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