Zieht Ikea in das „Conrad“-Gebäude?

Ende des Jahres schließt der Elektrohändler „Conrad“ in Mainz. Ein Leser hat schon eine Idee für die Nachfolge: Warum zieht nicht der Möbel-Riese „Ikea“ in das Gebäude? Wir haben bei dem Unternehmen und im Mainzer Wirtschaftsdezernat nachgefragt.

Zieht Ikea in das „Conrad“-Gebäude?

Mitte November ist Schluss: Dann öffnet der Elektronikhändler „Conrad“ zum letzten Mal in der Binger Straße. „Wirtschaftliche Erwägungen und standortbedingte Besonderheiten“ seien die Gründe für die Schließung, so ein Unternehmenssprecher (wir berichteten). Doch was folgt danach?

Merkurist-Leser Manuel hat schon eine Idee: „Könnte in den Conrad ein Ikea rein? Die wollen doch verstärkt in Innenstädte“, schreibt er in seinem Snip. Bereits seit 2014 gibt es den Citystore in Hamburg Altona, in den nächsten Jahren plant Ikea weitere Innenstadt-Eröffnungen.

Wirtschaftsdezernentin kann sich Ikea in Mainz vorstellen

Allerdings: Die Räume von „Conrad“ müssten für eine andere Nutzung erst angepasst werden. Die Mainzer Wirtschaftsdezernentin Manuela Matz sagt auf Merkurist-Anfrage: „Momentan ist im Conrad-Gebäude nur ein Elektronik-Einzelhändler möglich.“ Sie könne sich als Nachfolger auch einen Einzelhändler für Sport vorstellen. „Eine Strukturanalyse, die wir letztes Jahr in Auftrag gegeben haben, hat gezeigt, dass Sportartikel in der Innenstadt nur noch unterdurchschnittlich vertreten sind.“ Viele Mainzer könnten sich beispielsweise einen Decathlon vorstellen.

Doch auch ein Ikea in dem Gebäude ist für Matz grundsätzlich vorstellbar. „Es gibt ja mittlerweile auch zentren-kompatible Läden von Ikea. Das könnte ich mir gut vorstellen hier in Mainz. Ikea ist einfach sehr attraktiv für viele Leute und auch nicht unbedingt ein Konkurrent für höherwertige Möbelhäuser. Man braucht ein breit gestreutes Angebot in der Stadt.“

Ikea selbst sieht „grundsätzlich das Potenzial für ein weiteres Einrichtungshaus in zentraler Lage im Rhein-Main-Gebiet“, hieß es auf eine frühere Merkurist-Anfrage. Derzeit könne man aber noch nicht sagen: „Eröffnen wir in Mainz? Wiesbaden? Oder Frankfurt? Das kann noch dauern.“ In den Innenstädten müsse man sich immer an die Gegebenheiten anpassen. „Zum Beispiel: Welche Ladenflächen sind überhaupt verfügbar?“

Ikea expandiert in Berlin

Auf eine aktuelle Anfrage sagt eine Sprecherin: „An unseren Plänen hat sich seitdem nichts geändert.“ Anfang Februar hatte das Unternehmen verkündet, dass im Spätsommer zwei Planungsstudios im Berliner Raum eröffnen. „Dabei wird es sich um zwei völlig neue Konzepte handeln, die sich perfekt in den innerstädtischen Raum einfügen und die unsere Kunden ideal mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen“, heißt es auf der Webseite.

Dass Ikea in das „Conrad“-Gebäude ziehen könnte, ist dennoch unrealistisch. Denn zunächst plant das Unternehmen zusätzlich zu den beiden Planungsstudios weitere Eröffnungen in Berlin. „Wir möchten in weiteren Bezirken der Hauptstadt vertreten sein und damit unsere Präsenz im Berliner Raum erhöhen.“ In Berlin sehe man das Potenzial für drei bis fünf weitere Planungsstudios und einen XS-Store. Wenn die Berliner Pilotprojekte erfolgreich sind, könnte auch eine Eröffnung im Rhein-Main-Gebiet folgen – allerdings erst in ein paar Jahren und wohl eher in Frankfurt. (mm)

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