Clowns sollen Demenzkranken helfen

Kostenlose Ausbildung ab Februar

Clowns sollen Demenzkranken helfen

In 16 Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz werden bald bestimmte Clowns eingesetzt, die demenzkranke Patienten besuchen und ihnen so den Klinikaufenthalt erleichtern sollen. Die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. (LZG) bietet ab Februar eine Ausbildung zum sogenannten Geronto-Clown an, für die sich Interessierte ab sofort anmelden können.

Sozial- und Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler startet damit ein neues Modellprojekt. „Geronto-Clowns erreichen an Demenz erkrankte Menschen auf einer emotionalen Ebene. Dadurch sind erstaunliche Begegnungen möglich“, so die Ministerin. Sie beziehe sich dabei auf langjährige, positive Erfahrungen mit Krankenhausclowns, die aus der Kinderkrankenpflege nicht mehr wegzudenken seien. „Mit ihrer humorigen und fröhlichen Kommunikation schaffen Geronto-Clowns einen Zugang zu Menschen mit Demenz, so dass sie Vertrauen finden und sich in der fremden Umgebung wohler fühlen.“

Krankenhausaufenthalte könnten für Menschen mit Demenz und alle Beteiligten sehr belastend sein, so Ministerin Bätzing-Lichtenthäler. Ehrenamtliche Besucher könnten durch Zuwendung und Aufmerksamkeit dazu beitragen, die Situation zu entspannen. „Wir haben aber von Krankenhäusern erfahren, dass der Besuch bei Menschen mit Demenz häufig eine Hemmschwelle darstellt, weil sich ehrenamtlich Tätige unsicher fühlen.“ Der Einsatz von Geronto-Clowns solle hier neue Möglichkeiten aufzeigen, den anstrengenden Klinikalltag aufzulockern und das hauptamtliche Personal zu entlasten.

Kostenlose Ausbildung für Ehrenamtliche

Ab dem 15. Februar 2018 wird deshalb das LZG Freiwillige zu Geronto-Clowns ausbilden. Maximal 40 Personen können daran kostenlos teilnehmen, eine spezielle Vorbildung ist nicht erforderlich. „Bei diesen Clowns geht es nicht darum, eine Art Aufführung einzuüben oder groß im Kostüm aufzutreten“, sagt Stefanie Schneider, Pressesprecherin des Gesundheitsministeriums Rheinland-Pfalz. Mit einer roten Nase ausgestattet sollen die Clowns vielmehr die Patienten ansprechen und ihnen eine Freude bereiten. „Es geht darum, die Menschen zu erreichen und sie zum Lachen zu bringen“, so Schneider.

Eine Hospitation in einem Krankenhaus wird die Ausbildung begleiten. „Es wird vier Workshops am Wochenende geben, dann folgt der erste Klinikbesuch gemeinsam mit der Trainerin“, sagt Schneider. Trainerin ist Vera Apel-Jösch, die schon mehr als 150 Menschen zu Klinik-Clowns ausgebildet hat. Die ausgebildeten Clowns besuchen dann in Zweierteams die demenzkranken Patienten in den Kliniken.

*Für weitere Informationen und zur Anmeldung wenden sich Interessierte bitte an die Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V. unter der E-Mail-Adresse: geronto-clown@lzg-rlp.de. Mit der Anmeldung verpflichten sich die zukünftigen Clowns, möglichst zwei Jahre für den Besuchsdienst bei Menschen mit Demenz zur Verfügung zu stehen. *

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