Für Schüler in Mainz wird die Fahrkarte ab Januar 2027 deutlich teurer. Bisher konnten Schüler die so genannte CleverCard des RMV als Schülerfahrkarte dank eines Zuschusses der Stadt zu einem vergünstigten Preis nutzen. Ab Januar 2027 fällt diese Unterstützung weg. Ein Merkurist-Leser machte in seinem Snip darauf aufmerksam: „Preis der Schülerfahrkarte verdoppelt sich, weil die Stadt Mainz die Förderung einstellt.“
Die Förderung wurde ursprünglich im Jahr 2023 eingeführt, nachdem die Stadt höhere Gewerbesteuereinnahmen erzielt hatte. Zuvor habe es eine solche Förderung der Stadt Mainz nicht gegeben. Auf Merkurist-Nachfrage erklärt die Stadtpressestelle, dass das Ende des Zuschusses bereits länger vorgesehen war (wir berichteten). Geplant war es bereits in der Haushaltsplanung für 2026, auslaufen sollte der Zuschuss demnach schon zum Ende des Schuljahres 2025/2026 . Die Förderung habe jedoch dank verschiedener Maßnahmen im Haushalt noch bis Ende 2026 aufrechterhalten werden können.
Was kostet ein Schülerticket aktuell?
In den vergangenen Jahren habe die Stadt einen Förderungsbetrag von monatlich 28,95 Euro für die CleverCard des RMV pro Schüler übernommen. Noch bis Ende des Jahres können Schüler diese als Jahreskarten für 31 Euro im Monat beziehungsweise 372 Euro im Jahr beziehen.
Da die finanzielle Förderung nun mit dem Ende des Jahres ausläuft, soll sich der monatliche Preis ab dem 1. Januar 2027 auf den regulären Tarifpreis von 59,95 Euro erhöhen, so die Stadt Mainz.
Warum wurde die Förderung der Stadt eingestellt?
Grund für die Einstellung der Förderung von Schülerfahrkarten sei die aktuelle Haushaltslage. Auch die Vorgaben der Kommunalaufsicht machten es laut Stadt erforderlich, die städtischen Ausgaben umfassend zu überprüfen. Davon betroffen sind vor allem freiwillige Leistungen, darunter die Förderung der Schülerfahrkarten.
Da keine alternative Finanzierung, etwa durch das Land, gefunden wurde, beschloss der Stadtvorstand im August 2026, den Zuschuss an die Mainzer Mobilität ab 2027 dauerhaft zu reduzieren. Damit endet auch die Förderung der Schülerfahrkarten.
Alternative Unterstützungen für Familien
Auf Merkurist-Nachfrage, welche Alternativen Familien nutzen können, die sich die höheren Kosten nicht leisten können, verweist die Stadt auf den „MainzPass“. Der MainzPass ist ein kostenloser Ausweis der Stadt für Menschen, die existenzsichernde Leistungen beziehen. Mit diesem können sie Vergünstigungen in den Bereichen Sport, Kultur und Freizeit in Anspruch nehmen sowie Monatskarten der Mainzer Mobilität zu einem reduzierten Preis.
Die Stadt weist außerdem auf mögliche Erstattungen von Schülerfahrkarten hin: „Schüler:innen werden unter bestimmten schulgesetzlichen Voraussetzungen die Kosten der Fahrkarte erstattet, wenn dies zum Schulbesuch erforderlich ist und mittels ärztlichen Attests nachgewiesen wird“, so die Stadt Mainz.
Außerdem haben Kinder, die einen besonders weiten Weg haben, Anspruch auf die Schülerbeförderung zur Schule. Der Fußweg zur Schule muss dabei bei Grundschulkindern länger als zwei Kilometer und zu weiterführenden Schulen länger als vier Kilometer sein. Auch bei einem besonders gefährlichen Schulweg kann ein Anspruch bestehen.