Malu Dreyer über Gastronomie: „Wenn nicht, gehen wir diesen Weg alleine“

Entscheidung am Mittwoch

Malu Dreyer über Gastronomie: „Wenn nicht, gehen wir diesen Weg alleine“

Weil die Gastronomie extrem von der aktuellen Krise betroffen ist, will Ministerpräsidentin Malu Dreyer der Branche eine Perspektive bieten. Das sagte sie am Montag bei einer Pressekonferenz zum Thema Kurzarbeit.

„Ich habe bei der Regierungserklärung schon angekündigt, das das Gespräch am Mittwoch für mich von großer Bedeutung ist, weil die Gastronomie in Rheinland-Pfalz ganz extrem betroffen ist. Und die Menschen wirklich viele richtige Existenzängste haben.“ Am Mittwoch treffen sich die Bundeskanzlerin und die Regierungschefs der Länder, um über weitere Lockerungen in der Corona-Krise zu sprechen.

Laut Bundesarbeitsminister Hubertus Heil sind in der Gastronomie etwa 97 Prozent der Beschäftigten aktuell in Kurzarbeit. Dreyer sagt: „Es ist ein Segen, dass wir die Kurzarbeit haben, aber es ist auch ein Zeichen, wie stark diese Branche betroffen ist.“ Deshalb brauche die Gastronomie eine klare Perspektive, wann es konkret weitergeht.

An die Gespräche am Mittwoch hat die Ministerpräsidentin eine klare Erwartung: „Ich hoffe, dass wir das bundesweit hinbekommen. Wenn nicht, ist das Land Rheinland-Pfalz auch bereit, diesen Weg alleine zu gehen.“ Ohne ein Ergebnis werde sie am Mittwoch nicht aus den Gesprächen gehen: „Wir haben Druck, die Gastronomen haben Druck. Wir haben eine Verantwortung diesen Unternehmen gegenüber und wenn die Zahlen so bleiben wie sie sind, dann gibt es keinen Grund, den Gastronomen nicht zuzutrauen, die Konzepte, die sie vorgelegt haben, dann Schritt für Schritt zu realisieren.“

Für eine schrittweise Öffnung der Gastronomie und auch der Hotellerie hat sich der Präsident der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen, Dr. Engelbert J. Günster, in einem Schreiben an die Ministerpräsidentin eingesetzt. „Wir beraten Firmen in allen Fragestellungen, müssen aber feststellen, dass die Grundstimmung zusehends verzweifelter wird“, sagt Günster. Er appelliert daher an die Ministerpräsidentin: „Wir würden es sehr begrüßen, wenn sich die rheinland-pfälzische Landesregierung in dieser Woche zu einer schrittweisen Öffnung dieser Branchen entschließen könnte und dies notfalls auch im Blick auf bundesweite Regelungen in einem Sonderweg tun würde.“

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