Ort des Gruselns: Was es mit dem goldenen Totenkopf auf sich hat

Wer sich vor Totenschädeln und Knochen fürchtet, der sollte die Michaelskapelle in Oppenheim nicht besuchen. Dort lagern Tausende davon. Einst befand sich sogar ein goldener Totenkopf unter den Überresten der Verstorbenen.

Ort des Gruselns: Was es mit dem goldenen Totenkopf auf sich hat

In der Region rund um Mainz gibt es einige Orte, wo einen zwar nicht unbedingt der blanke Horror, wohl aber ein sanftes Gruseln überkommt, wenn man sich ihnen nähert. Zu diesen Orten gehört sicherlich auch die Michaelskappelle in Oppenheim, die sich auf der Rückseite der bekannten Katharinenkirche befindet. Was viele nicht wissen: In der ehemaligen Friedhofskapelle befindet sich eines der größten und besterhaltenen Beinhäuser in Deutschland.

Rätsel um goldenen Schädel

Dort befinden sich die sterblichen Überreste von bis zu 20.000 Menschen. Die Knochen sind dabei in vier Stapeln geschichtet, die teilweise sogar bis zum Gewölbe hinaufreichen. Ursprünglich lagen die Toten auf Friedhöfen, die sich rund um die Kirchen befanden. Doch oft musste man aus Platzgründen ein Grab mehrfach belegen. Die älteren Überreste der Toten brachte man deshalb, wie in Oppenheim, in die Beinhäuser, von denen die meisten im 14. Jahrhundert entstanden.

Die Gebeine in der Michaelskapelle sollen dabei von den Bewohnern Oppenheims stammen, wie der Archäologe und Historiker Jörg Scheidt, der die Gruft erforscht hat, vor Jahren (2012) der Allgemeinen Zeitung sagte. Dafür spreche, dass die Skelette von Menschen aus allen Altersstufen stammen. Doch als wären die gesammelten Totenköpfe und Gebeine nicht schon kurios genug, steckt zwischen all den Knochen auch noch ein komplett vergoldeter Schädel.

Angeblich soll dieser dem König von Schweden gehört haben. In Wirklichkeit, so Historiker Scheidt, handele es sich aber um ein Relikt aus einer Fernsehaufnahme. Der goldene Schädel habe dann nach Beendigung der Dreharbeiten im Oppenheimer Gebeinhaus einen „pietätvollen Platz“ für seine letzte Ruhe gefunden. Wer nun die Michaelskapelle beziehungsweise das Beinhaus einmal besichtigen möchte, kann dies im Sommer von 8 bis 18 Uhr und im Winter von 9 bis 17 Uhr machen. Der Eintritt ist frei, es werden aber auch kostenpflichtige Führungen angeboten.

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