Nach Einsatz im Fanblock: Mainz 05 kritisiert Polizei

Verein sieht eine „unglückliche Verkettung mehrerer Ereignisse“

Nach Einsatz im Fanblock: Mainz 05 kritisiert Polizei

Am Mittwochabend hat der 1. FSV Mainz 05 auf seiner Website ein offizielles Statement zu den Ereignissen beim Heimspiel gegen den 1. FC Köln am vergangenen Freitag (21. Oktober) veröffentlicht. Nach Ende des Spiels kam es zu mehreren Vorfällen zwischen Fans und Ordnungskräften sowie Polizeieinsätzen im Stadion. In seiner Stellungnahme kritisiert der Verein unter anderem den Einsatz der Mainzer Polizei.

Zusammen mit dem Ordnungsdienst, Fanvertretern, Fanprojekt, der Polizei und unter Berücksichtigung von Zeugenaussagen seien die Ereignisse aufgearbeitet und rekonstruiert worden. So sollen sich die Vorfälle im R- und Q-Block innerhalb von nur elf Minuten abgespielt haben. Parallel zu einem Fan-Streit im R-Block, der nach einem dreifachen Sanitäter-Einsatz entbrannt sein soll, sei es im Q-Block zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen zwei Fans gekommen. Beide Vorfälle wären bereits durch den Ordnungsdienst betreut worden. Dadurch, dass die Funkmeldungen des Ordnungsdienstes regelmäßig mit der Polizei in der Stadion-Einsatzzentrale ausgetauscht werden, und aufgrund der unklaren Tragweite des Vorfalls hätte die Polizei jedoch eigenständig entschieden, auf den Notruf eines Ordners zu reagieren und die Situation vor Ort zu erkunden.

Die Ankunft der Polizeibeamten im Q-Block hätte daraufhin zu aggressiven Reaktionen bei den Fans geführt, die nach einigen körperlichen Auseinandersetzungen schließlich darin gipfelte, dass eine Mülltonne, ein Absperrgitter sowie ein Pylon nach den Einsatzkräften geworfen wurden. Dass Polizisten Schlagstöcke und Pfefferspray einsetzten, führte dazu, dass 15 zum größten Teil unbeteiligte Fans sowie ein offizieller Fanbeauftragter des Vereins medizinisch versorgt werden mussten. Das Pfefferspray verteilte sich jedoch noch weit über diesen Radius hinaus und beeinträchtigte zahlreiche Fans. Die Ausschreitungen seien schließlich von einer Ordnerkette und vom Rückzug der Polizei beruhigt worden.

Nach Einschätzung des 1. FSV 05 handelt es sich bei den Geschehnissen des Abends um eine „unglückliche Verkettung mehrerer Ereignisse, welche die Situation für die beteiligten Sicherheitskräfte dramatischer wirken ließ, als sie sich tatsächlich darstellte“. Die schnelle Abfolge mehrerer Vorfälle sowie die mangelhafte Kommunikation der Sicherheitskräfte untereinander hätten diesen Eindruck noch verstärkt. Als „unnötig“ empfindet der Verein deshalb den Polizeieinsatz im Q-Block, der nicht nur zur Überraschung beim Sicherheitspersonal, sondern auch zu einer Eskalation des Fan-Verhaltens geführt habe. Insbesondere den Einsatz von Pfefferspray sieht der FSV kritisch.

Ein positives Fazit kann der Verein dennoch ziehen: So würden alle beteiligten Parteien die Erkenntnisse aus der Aufarbeitung des vergangenen Heimspiels nutzen, um die Zusammenarbeit und Kommunikation in Zukunft zu verbessern. Doch nicht nur das eigene Handeln will der Verein reflektieren. Aggressiven Fans gegenüber findet der FSV klare Worte: „Mainz 05 verurteilt jede Form von Gewalt aufs Schärfste. Dieses Verhalten ist nicht tolerabel und wird anhand des vorliegenden Videomaterials und von Zeugenaussagen verfolgt und ggf. mit Stadionverboten sanktioniert.“

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