Ein roter Feuerball, eine sternschnuppenartige Erscheinung mit Schweif, gefolgt von einem lauten Knall: Zahlreiche Merkurist-Leser meldeten gegen 19 Uhr ein ungewöhnliches Spektakel am Himmel über Mainz, einige konnten es sogar fotografisch festhalten.
Auch in anderen Teilen Deutschlands war es zu sehen und zu hören. Laut der Polizei hat es in Koblenz sogar einen Einschlag in ein Hausdach im Stadtteil Güls gegeben. Was war das?
Die Polizei sprach unmittelbar danach um einen „Himmelskörper“. Verletzt wurde bei dem Einschlag aber niemand. Schadensmeldungen gebe es unter anderem aus dem Hunsrück und der Eifel, sagte ein Polizeisprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.
Auf Social Media kursierten Vermutungen, dass es sich um Batterien der ISS oder Reste der zweiten Raketenstufe von SpaceX Falcon 9 handeln könnte. Andere Vermutungen gingen von nicht mehr benötigten Starlink-Satelliten aus, die gezielt verglühen.
Wahrscheinlich handelte es sich um einen „Fireball“
Wie die Koblenzer Polizei gegen 22 Uhr mitteilt, handelte es sich um einen Meteoriten, also ein kleiner Brocken eines Asteroiden. Dieser zerfällt, wenn er auf die Lufthülle der Erde trifft. Laut Polizei zerbrach er mit einem lauten Knall über dem Westen der Bundesrepublik.
Hristina Heinen von der Astronomischen Arbeitsgemeinschaft Mainz e. V. schätzt, dass es ein Bolide (ein sogenannter Fireball) war, „also ein besonders heller Meteor, sagt sie gegenüber Merkurist. „Ich habe das Objekt selbst in Mainz-Finthen etwa 20 Grad über dem westlichen Horizont gesehen.“
Ein Fireball entsteht, wenn ein relativ großes Meteoroid mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt und durch Reibung stark aufleuchtet, so Heinen weiter. „Besonders helle Exemplare können dabei in mehrere Fragmente zerbrechen, bevor sie vollständig verglühen.“ Sie hat beobachtet, dass das Objekt während des Flugs in mindestens zwei Teile zersprang. „Diese bewegten sich entlang der ursprünglichen Flugrichtung weiter. Ich war völlig erstarrt und sprachlos.“
Auf der Plattform der International Meteor Organization (IMO) seien bereits kurz darauf circa 700 Sichtungen registriert worden. „Sehr helle Boliden können über mehrere hundert Kilometer hinweg sichtbar sein und werden deshalb häufig gleichzeitig aus vielen Regionen gemeldet.“